Zart beleuchtet, prall und ehrfürchtig

Hönebacher Kunsthandwerker-Ehepaar Roche produziert Weihnachtsschmuck

Das Kunsthandwerker-Ehepaar Herbert und Christel Roche stellt Weihnachtsschmuck her.
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Das Kunsthandwerker-Ehepaar Herbert und Christel Roche stellt Weihnachtsschmuck her.

Wer in diesen Tagen das Haus von Herbert und Christel Roche in Hönebach betritt, der kann sein persönliches Weihnachtswunder erleben.

Hönebach – Das Kunsthandwerker-Ehepaar bietet mit zart beleuchteten feinen Holzfigürchen, prallen Schneemännern, prächtigen Kerzen und ehrfürchtigen Lichterengeln kleine Fluchten aus dem Alltag. Ein Stück Normalität. Weg von den trüben Corona-Gedanken, die Angst vor einem etwas anderen Weihnachten machen können. In der Thüringer Straße 25 ist es zwar auch nicht wie in den Jahren zuvor, wenn das Christfest vor der Tür steht. Aber lahmgelegt in ihrer Kreativität wurde das Ehepaar ganz bestimmt nicht.

Während normalerweise in der Roche-Werkstatt nur von Januar bis März mit Leidenschaft und handwerklichem Geschick produziert wird, war es hier coronabedingt das ganze Jahr über turbulent. Die Ideen zu Figuren und weihnachtlich-winterlichen Accessoires wollten nicht ausgehen. Herbert Roche musste seine Frau hin und wieder sogar bremsen. „Da haben wir statische Probleme“, argumentiert er dann meist vorsichtig. Und Christel Roche lässt sich gerne auf einen Kompromiss ein. Sie hat großes Vertrauen in die technischen Kenntnisse ihres Mannes, der 35 Jahre bei der Bahn tätig war.

2005 haben Herbert und Christel Roche beschlossen, ihr Kunsthandwerk auch auf Märkten zu verkaufen. Freunde ermutigten sie dazu. Denn das Paar ergänzt sich sichtbar mit seinen Talenten. Der 71-Jährige hat seit jeher eine große Leidenschaft für das Bearbeiten des Werkstoffs Holz. Sie, die 68-Jährige, ist schon seit Kindesbeinen an eine begabte Malerin mit einem wachen und stilsicheren Blick für Formen, Ausdruck und Feinheiten.

In einem klitzekleinen Büdchen auf dem ersten Weihnachtsmarkt in Heringen verkauften sie erstmals ihre charmanten Produkte. Und die Resonanz war groß. Das ermutigte das Ehepaar, von 2007 bis 2012 in eigener Verantwortung das Heringer Bürgerhaus zwei Tage im November für einen Advents- und Weihnachtsmarkt zu mieten. Bis zu 35 Aussteller kamen und jede Menge Besucher. Der Markt wurde von der ersten Stunde an zum Geheimtipp über die Kreisgrenzen hinaus für eine stimmungsvolle Advents- und Weihnachts-Atmosphäre.

Auch nach dieser Zeit fuhr das Ehepaar zu den heimeligen, gemütlichen Märkten in Thüringen, in die Rhön oder nach Mittelhessen. Es sind die kleinen Kunsthandwerker-Märkte, die sie mögen. „Dort baut man auch eine Beziehung zu den Kunden auf und kommt ins Gespräch“, weiß Christel Roche.

Inspiriert für ihre lebensechten und zugleich verspielten Unikate wird das Ehepaar vom alltäglichen Leben. Von Begegnungen. Von Menschen, Tieren und der Natur. Sie machen auch gerne Werbung für Kollegen. „Wir ziehen alle am gleichen Strang. Uns verbindet so viel. Vor allem das Ursprüngliche und Handgemachte“, sagt Christel Roche. Nur damit können die Produkte die Herzen der Menschen erreichen. Besonders an Weihnachten im Corona-Jahr.

Verkauf in Heringen ab 14. Dezember

70 Prozent des gesamten Branchenumsatzes der Kunsthandwerker wird in der Regel auf Weihnachtsmärkten gemacht – aber nicht in Corona-Zeiten. Auch Ehepaar Roche hatte sage und schreibe acht Märkte von Oktober bis zum Weihnachtsfest im Terminplan, die alle abgesagt wurden. Aber in der Krise finden regionale Kunsthandwerker jenseits von Internet oder sozialen Plattformen einen Weg zum großen Kreis der Liebhaber selbstproduzierter Kunst. Im ehemaligen Bolender-Geschäft in der Hauptstraße 14 in Heringen stellen ab Montag, 14. Dezember, vier Kreative ihre Kunst unter dem Motto „Herz-Handwerk“ zum Verkauf: Die Produkte von Ehepaar Roche, Andrea Koch (originelle Filzarbeiten), Lissy Linß (filigraner Glasschmuck) und Burgl Schneider (dekorative Heimtextilien) können bestaunt und gekauft werden. Die Weihnachtsgalerie ist täglich von 10 - 17 Uhr geöffnet. Heiligabend 10 - 13 Uhr.

Von Susanne Kanngieser

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