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Hohe Energiekosten belasten die Kliniken im Kreis Hersfeld-Rotenburg

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Von: Mario Reymond

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Das Klinikum Bad Hersfeld - Luftaufnahme
Das Klinikum Bad Hersfeld rechnet mit hohen Energiekosten. © Thomas Lohnes

Die hohen Energiekosten stellen die Kliniken vor große Herausforderungen. Die erwarteten Mehrbelastungen werden sich im siebenstelligen Euro-Bereich bewegen.

Hersfeld-Rotenburg – Die extrem gestiegenen Energiekosten stellen auch die Kliniken und Krankenhäuser im Landkreis Hersfeld-Rotenburg vor große Herausforderungen. Die erwarteten Mehrbelastungen für Strom und Gas werden sich für das Klinikum in Bad Hersfeld sowie das Kreiskrankenhaus in Rotenburg im kommenden Jahr jeweils im siebenstelligen Euro-Bereich bewegen.

Alleine für Strom würde das Rotenburger Kreiskrankenhaus bei einem Preis von 70 Cent je Kilowattstunde etwa 1,7 Millionen Euro mehr aufbringen müssen, erklärt dessen technischer Leiter Daniel Kleinkauf

Das Kreiskrankenhaus hat in der jüngeren Vergangenheit sogar für eine geraume Zeit gänzlich ohne Energielieferverträge dagestanden, da dem Haus als Großabnehmer die Anbieter die Verträge kündigten, berichtet Kleinkauf.

Aktuell kauft das Kreiskrankenhaus Gas und Strom auf dem Spotmarkt zu den jeweils tagesaktuellen Preisen ein. Einen langfristigen Vertragspartner mit einem Festpreisangebot zu finden, sei in der aktuellen Situation für einen Großabnehmer wie das Kreiskrankenhaus doch mehr als schwierig, so Kleinkauf. Da habe sich niemand gefunden. Sollte es nun einen harten Winter geben, rechnet Kleinkauf mit extrem hohen Preisen, die auf sein Haus zukommen werden. Geld, das aber ausgegeben werden müsse. Bei einem Gasengpass müsste das Kreiskrankenhaus auf Heizöl umsteigen und wäre dann auf einen regionalen Anbieter angewiesen.

Ähnlich verhält es sich im Klinikum Bad Hersfeld. Dort habe man sich bereits seit dem Frühjahr auf eine Gas- und Strommangellage vorbereitet. „Wir haben unsere Öl- und Dieselvorräte maximal aufgefüllt. Wir können daher im Ernstfall für einen Monat ohne Gas auskommen“, erklärt Klinikumssprecher Werner Hampe.

Ein längerer Stromausfall hingegen würde zu deutlichen Einschränkungen führen. „Preislich schlägt die Entwicklung bei uns erst Anfang 2023 durch. Die Krankenhäuser stehen vor einer großen finanziellen Herausforderung, da die Preise für Dienstleistungen, anders als im Handwerk und im Handel, seitens des jeweiligen Anbieters nicht angepasst werden können“, erklärt Hampe.

Es könne am Klinikum aufgrund eines Versorgungsausfalls im Gas- und Strombereich jedoch zu Einschränkungen im Leistungsangebot kommen. „Erschwerend kommen bei den etwaigen Lösungsansätzen auch bestehenden Lieferkettenprobleme hinzu“, erklärt Hampe. (Mario Reymond)

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