Viele sonst belebte Ort liegen derzeit im Corona-Schlaf

Diskothek Red Apple in Ausbach ist seit einem Jahr zu: Eigentum sorgt für Sicherheit

In der Diskothek Red Apple in Hohenroda-Ausbach nutzt Eigentümer Karl Asbach die Corona-Zwangspause, um gewisse Bereiche zu renovieren.
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In der Diskothek Red Apple in Hohenroda-Ausbach nutzt Eigentümer Karl Asbach die Corona-Zwangspause, um gewisse Bereiche zu renovieren.

Ob Kinos, Schwimmbäder, Tanzlokale oder Museen: Viele Einrichtungen sind wegen der Corona-Pandemie gezwungen, „Winterschlaf“ zu halten. Wir haben hinter die Kulissen geblickt.

Ausbach – Aus den Boxen der Diskothek Red Apple in Ausbach hämmern keine Bässe, dröhnen keine rhythmischen Beats und auf der Tanzfläche tummelt sich keine Menschenseele – es herrscht Corona-Stillstand. Und das nun schon seit dem ersten Lockdown im März des vergangenen Jahres. „Unsere letzte Veranstaltung hatten wir am 6. März 2020 mit ,Gestört aber Geil‘, da war die Bude noch einmal brechend voll“, erinnert sich Karl Asbach, der Eigentümer der legendären Dorfdisco.

Sie zogen die Notbremse

In der Woche darauf war Schluss. Obwohl für den Samstag bereits wieder volles Haus angesagt war. „Wir hatten eigentlich ein großes Kirmesburschentreffen geplant. 30 Gesellschaften hatten zugesagt und für Freitag den 13. – was für ein Datum – hatten wir noch einmal einen Lastwagen voll Bier geordert“, sagt Asbach. Doch da trudelten bereits die ersten Absagen ein und seine Frau Martina, die die Diskothek betreibt, zog die Notbremse. „Das wäre mit so vielen Menschen auf engstem Raum unverantwortlich gewesen“, sagt Asbach.

Karl Asbach, Eigentümer des Red Apple, hofft auf ein baldiges Ende der Corona-Pandemie.

Der Schock saß tief, denn bereits für den 28. März und den 1. Mai hatten die Asbachs ihre Jubiläumsveranstaltungen geplant: 50 Jahre Red Apple sollten groß gefeiert werden. Doch daraus wurde nichts. Seitdem ruht der Betrieb und Asbach befürchtet, dass bei einem Re-Start zu einem noch unbestimmten Zeitpunkt viele der technischen Geräte ihren Geist aufgeben könnten. Denn es gebe nichts Schlimmeres für die Geräte, als nicht genutzt zu werden.

Geräte für viel Geld ersetzen

„Das haben wir in unserer Gastwirtschaft erfahren müssen. Da sind uns nach dem ersten Lockdown nach und nach Geräte kaputtgegangen. Da härten Leitungen aus, verflüchtigt sich Kühlmittel und vieles mehr. Die mussten wir für viel Geld ersetzen“, erklärt der Eigentümer der Diskothek Red Apple und der Gaststätte zum Landecker, in der mittlerweile wieder Essen to go angeboten wird. „Es ist uns ganz wichtig, so den Kontakt zu den Kunden und auch zu unserem Küchenpersonal halten zu können. Geld verdienen wird damit nicht, wir wechseln es nur“, scherzt Asbach.

Alles frei von Schulden

Sein Sohn Maximilian betreibt direkt in unmittelbarer Nachbarschaft noch die Pension zum Landecker, in der Monteure eingemietet sind. „Es ist für uns ganz hilfreich, dass wir mehrere Standbeine haben. Ich persönlich bin ja auch noch berufstätig. Ganz wichtig ist es in diesen Krisenzeiten, dass wir all das unser Eigentum nennen dürfen, in das wir immer investiert haben und das alles schuldenfrei ist“, führt Asbach weiter aus.

Neben dem immensen Umsatzverlust laufen viele Kosten natürlich weiter. Alleine die Versicherungen und die Grundbesitzabgaben müssen bezahlt werden. Und für eine Diskothek wird da richtig viel Geld fällig“, so Asbach. Er ist froh darüber, die Novemberhilfen des Staates beantragt und auch erhalten zu haben. Wenn auch in Form von zwei Abschlagszahlungen. Der zweite Abschlag ist Mitte Januar eingegangen. Da waren aber bereits sämtliche Versicherungen zur Zahlung fällig gewesen. Für die Familie Asbach leichter zu stemmen, als für viele andere, die im Hotel- oder Gastgewerbe tätig sind und über kein schuldenfreies Eigentum verfügen.

Keine Menschenseele, dafür aber viel Staub. Die Diskothek Red Apple in Ausbach hatte am 6. März 2020 letztmals geöffnet.

„Ich befürchte, dass durch Corona bis zu 90 Prozent der Diskotheken, bis zu 50 Prozent der Hotels und bis zu 30 Prozent der Gastronomiebetriebe in unserem Land sterben werden“, blickt Asbach skeptisch in die Zukunft. Doch wo ein Ende sei, gebe es auch immer wieder einen Anfang.

Jubiläum wird nachgeholt

Seine Diskothek Red Apple werde aber wohl frühestens Ende dieses Jahres wieder öffnen können. Wenn überhaupt. Das hänge von der Impfung und den Mutationen des Coronavirus ab. Das für 2020 geplante Disco-Jubiläum werde frühestens in 2022 nachgeholt werden können. „Dafür muss es warm sein.“ (Mario Reymond)

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