Verwaltung zieht ins DGH

Gemeinde Hohenroda will Schloss für 120.000 Euro verkaufen

Die Winteridylle trügt: Das Schloss Hohenroda ist sanierungsbedürftig. Die Gemeindevertretung hat jetzt beschlossen, das im Jahr 1908 fertiggestellte Gebäude für 120 000 Euro an einen Gästehaus-Betreiber zu verkaufen. Fotos: Eisenberg

Oberbreitzbach. Die Gemeinde Hohenroda trennt sich von ihrem bisherigen Verwaltungssitz.

Einstimmig haben die Gemeindevertreter am Montagabend beschlossen, das Schloss Hohenroda in Oberbreitzbach für 120.000 Euro an Felix Vögtlin zu veräußern. Der in Berlin lebende Käufer betreibt im Waldkappeler Stadtteil Gehau ein Gästehaus für Seminare, Klassenfahrten sowie Ferienfreizeiten und möchte ein ähnliches Konzept auch in Hohenroda umsetzen.

Mit dem Beschluss haben die Gemeindevertreter die Weichen für einen Umzug der Gemeindeverwaltung zurück ins Bürgerhaus Oberbreitzbach gestellt. Von dort war das Bürgermeisteramt im Jahr 1988 in das in den Jahren 1906 bis 1908 von Rittergutsbesitzer Adolf Huppertz gebaute Schloss umgezogen. Im Jahr 2007 kaufte die Gemeinde schließlich das bis dahin gemietete Schloss - auch, um die Kosten für die im Mietvertrag festgeschriebene Instandhaltung nicht aufbringen zu müssen.

Die Verwaltung nutze nur noch rund 250 der insgesamt 820 Quadratmeter Fläche, verdeutlichte Bürgermeister Andre Stenda. Die zusätzlich zu hohen Betriebs- und Versicherungskosten anfallenden Instandhaltungskosten bezifferte der Rathauschef auf jährlich rund 27.000 Euro. Weiterhin stehe auch eine Sanierung des Oberbreitzbacher Dorfgemeinschaftshauses an. Dessen Erhalt koste die Gemeinde jährlich 9900 Euro. Bei Verkauf des Schlosses, Umzug und Umnutzung ließen sich die Instandhaltungskosten von insgesamt 36.000 Euro auf 14.200 Euro reduzieren, rechnete Stenda vor.

Soll wieder Verwaltungssitz werden: Das Bürgerhaus im Hohenrodaer Ortsteil Oberbreitzbach.

Diesen Argumenten schlossen sich auch die Redner der Fraktionen an. Um sowohl das Dorfgemeinschaftshaus als auch den Mannschaftsraum der Feuerwehr zu erhalten, müsste das Bürgerhaus um einen 130 Quadratmeter großen Anbau erweitert werden. Nach ersten Schätzungen müsste die Gemeinde 610.000 Euro investieren. Diese Summe soll durch den Verkaufserlös des Schlosses und Fördermittel jedoch erheblich reduziert werden.

Nach dem Verkauf soll die Verwaltung zunächst im Schloss bleiben dürfen - in den ersten drei Jahren mietfrei, in den beiden Folgejahren für eine Kaltmiete von drei beziehungsweise vier Euro pro Quadratmeter.

Zu welchen Bedingungen die Gemeinde das Schloss abgibt, lesen Sie am Mittwoch in der gedruckten Ausgabe und im E-Paper.

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