Bisher keine der Zecken entdeckt

Hyalomma-Zecke breitet sich aus: Kreis Hersfeld-Rotenburg auf Weg zum FSME-Risikogebiet

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Zunehmend in Richtung Nordhessen bewegen sich hingegen Zecken, die das FSME-Virus (Frühsommer-Meningoenzephalitis) in sich tragen, das eine Hirnhautentzündung auslösen kann.

Zunehmend in Richtung Nordhessen bewegen sich hingegen Zecken, die das FSME-Virus (Frühsommer-Meningoenzephalitis) in sich tragen, das eine Hirnhautentzündung auslösen kann.

Zecken sind massiv auf dem Vormarsch. Im Hitzesommer 2018 gab es die höchste Zeckenplage der vergangenen zehn Jahre und in diesem Jahr sieht es laut Robert-Koch-Institut ähnlich aus. Auch eine tropische Zecken-Art aus Afrika, die über Zugvögel eingeschleppt worden sein soll, breitet sich in Deutschland aus: Die Hyalomma-Zecke kann Viren übertragen, die das Krim-Kongo-Fieber auslösen. Es kann ohne Symptome verlaufen, aber auch tödlich enden.

Für den Kreis Hersfeld-Rotenburg und die Nachbarkreise gibt es aber Entwarnung: Bisher wurden dort keine Hyalomma-Zecken entdeckt. Das teilt die Sprecherin des Landkreises, Jasmin Krenz, mit. Sicherlich werde aber auch irgendwann diese Zecke bei uns gefunden. In der Türkei soll es bereits 100.000 Erkrankungsfälle geben.

Zunehmend in Richtung Nordhessen bewegen sich hingegen Zecken, die das FSME-Virus (Frühsommer-Meningoenzephalitis) in sich tragen, das eine Hirnhautentzündung auslösen kann. Der Kreis Hersfeld-Rotenburg zählt aber noch nicht zu den Risikogebieten. Eine Infektion im Kreis mit dem FSME-Virus sei nicht unmöglich, aber eher unwahrscheinlich, betont Krenz. Risikogebiete seien die südlichen Landesteile Hessens und der Kreis Marburg-Biedenkopf. Die Krankheit kann lebensbedrohlich verlaufen. „Impfen schützt“, lautet ein Ratschlag.

Von Zecken wird auch die Krankheit Borreliose übertragen. Sie ist mit Antibiotika behandelbar und greift vor allem Haut, Nervensystem und Gelenke an. In schweren Fällen kämpfen Betroffene jahrelang mit den Folgen. Eine Meldepflicht für Borreliose-Fälle gibt es in Hessen nicht.

Die Gefahr, sich mit Borreliose zu infizieren, ist im Kreis Hersfeld-Rotenburg genauso groß wie deutschlandweit: 30 Prozent der Zecken tragen die Bakterien in sich, bei fünf Prozent der Menschen kommt es zur Infektion nach dem Biss, etwa jeder 100. erkrankt. Die Experten sehen keinen Grund zu Panik, raten aber dringend zur Vorsicht. Ihre Tipps: Im Wald und auf Wiesen lange Hose tragen, Socken über die Hosenbeine ziehen, Zecken abweisende Mittel auf die Haut auftragen, hinterher den Körper gut absuchen.

Hyalomma macht Jagd auf Mensch und Tier

Die Hyalomma-Zecke ist deutlich größer und lebhafter als die heimischen Zeckenarten und kann ihre Opfer bis zu hundert Meter weit verfolgen. Dazu zählen größere Tiere wie Rinder oder Pferde, aber auch der Mensch. Sie ist an ihren orange-gelb gestreiften Beinen zu erkennen. (ewa/dup)

Quelle: Hersfelder Zeitung

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