IGBCE-Empfang: Unsicherheit im Kali-Revier bleibt

Volles Haus garantiert: Bei wechselnden Themen und Problemen ist das IGBCE-Neujahrstreffen auch politisches Stimmungsbarometer und beliebter Treffpunkt für die Gewerkschaftsmitglieder aus ganz Nordhessen. Fotos: roda

Schenklengsfeld. Die Sorge um die Arbeitsplätze im hessischen und thüringischen Kalirevier an der Werra zog sich wie ein roter Faden durch die Ansprachen beim Neujahrstreffen der IG Bergbau, Chemie, Energie (IGBCE) des Bezirks Kassel in Schenklengsfeld.

So etwa befürchtete Peter Hausmann vom Hauptvorstand der Gewerkschaft, dass dem Kalibergbau als letztem noch verbliebenem Bergbauzweig in Deutschland ein ähnliches Schicksal widerfahren könne wie schon der Braunkohle oder der Steinkohle. „Wir sind nach wie vor ein Industrieland“, stellte Hausmann dann auch diesbezüglich klar.

Ebenso wünschte Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee, dass die Probleme der Region gelöst werden. Er stehe zur Kaliproduktion an der Werra und baue auf die Balance von Arbeit sowie Ökologie. Dazu müsse die Forschung nun weitere Verfahren entwickeln, um die Abwässer zu reduzieren.

Deren Ableitung durch eine Pipeline stoße jedoch zunehmend auf Riesenwiderstände, gab IGBCE-Bezirksvorsitzender Friedrich Nothhelfer in seiner Rede zu bedenken. Die unlängst erteilte Versenkerlaubnis sei nur eine zeitbegrenzte Lösung.

Darauf bezogen schaute Erste Kreisbeigeordnete Elke Künholz in ihren Grußworten schon etwas optimistischer in die Zukunft. Aber es bleibe eine gewisse Unsicherheit, die allerdings auch die Familien der Beschäftigten zu spüren bekämen, äußerte Künholz mit Besorgnis.

Noch emotionaler brachte unterdessen der Steigerchor in seinem Debütauftritt die Sorgen des Werra-Kalireviers mit einem eigens dafür arrangierten Lied zum Ausdruck. „Ein Hoch auf uns“ sangen die von Matthias Günther dirigierten Bergleute mit kräftiger Stimme. „So weit gekommen und so viel gesehen. So viel passiert, das wir nicht verstehen. Wir wissen nicht, doch wir fragen uns schon: Wie geht es weiter, hier in der Kali-Region?“ Womit sie sicher die gegenwärtige Gefühlslage vieler Veranstaltungsbesucher trafen, die unter kräftigem Beifall natürlich eine Zugabe verlangten. Gleichfalls sorgte die Bergmannskapelle Unterbreizbach unter Leitung von Karl-Heinz Dietzel für musikalische Stimmung.

Von Hans H. Hartmann

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