Amateurfunker

Im Kontakt mit der ganzen Welt

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Mit Funktechnik hinaus in die weite Welt: Ralf Haimerl ist begeisterter Funkamateur und sitzt täglich etwa eine Stunde vor seinen Funkgeräten.

Es ist eine Leidenschaft, die um die Welt geht.

Bad Hersfeld – Funkamateure kommunizieren in verschiedenen Frequenzbereichen, beispielsweise per Kurzwelle, miteinander und erreichen damit Personen an den abgelegensten Orten der Erde. Besonders heute laufen die Funkgeräte auf Hochtouren, auch in Bad Hersfeld, denn heute ist der internationale Weltamateurfunktag.

Einer von rund 2,8 Millionen Funkamateuren weltweit ist der 63-jährige Ralf Haimerl aus Bad Hersfeld. Der Amateurfunker, unter Funkern besser bekannt als „DL1ZAL“, kommt seinem Hobby täglich mindestens eine Stunde nach – und das seit über 40 Jahren. „Jeden Morgen setze ich mich noch vor dem Frühstück an mein Funkgerät und versende die ersten Nachrichten“, sagt der leidenschaftliche Funkamateur und Rentner. In Zeiten von Corona sei besonders viel Funkbetrieb, denn viele Menschen hätten nun mehr Zeit.

Haimerls Liebe zur Funktechnik begann mit dem Rundfunk in Kindertagen. „Ich habe am Röhrenradio meiner Oma auf Kurzwelle gelauscht“, erinnert er sich. Und die Neugier für ferne Funkstationen wuchs. Schon als Jugendlicher baute er selber einen Sender und funkte heimlich mit einem Klassenkamerad. Seine offizielle Zulassungsprüfung zum Amateurfunkdienst machte Haimerl 1979 bei der Oberpostdirektion in seiner Heimatstadt Frankfurt am Main. Diese Lizenz ist die Voraussetzung, um überhaupt senden zu dürfen.

Viele Funkamateure legen den Schwerpunkt ihrer Bemühungen auf die Kontaktaufnahme mit möglichst weit entfernten Funkstationen und sammeln mit Begeisterung QSL-Karten, also Funkkontaktbestätigungen von Menschen aus der ganzen Welt. Karten von abgelegenen Inseln sind Erfolge, auf die sie besonders stolz sind. „In diesem Jahr habe ich bereits 43 verschiedene Länder erreicht“, berichtet Ralf Haimerl.

Insgesamt habe er nahezu unzählige QSL-Karten, quer über alle Kontinente verteilt. Russland, Japan, USA, Afrika – er hat per Funk schon Kontakt zu Menschen in aller Welt aufgenommen.

Gesprochen wird über das Heimatland, das Wetter, die eigene Funkausstattung – und was den Funkern gerade so einfällt. Das alles natürlich auf Englisch oder per internationaler Morsezeichen kann kommuniziert werden. Dafür wird ein Morsegerät benötigt, mit dem Signale durchgegeben werden. Die Buchstaben erkenne man an den verschiedenen Klangzeichen, berichtet Haimerl. In der aktuellen Corona-Krise sendet Haimerl zum Ende jeder Funkverbindung „stay healthy“, also „bleibe gesund“.

Damit Kontakt zu Funkern entstehen kann, benötigt er neben seinem Funkgerät und einer Stromversorgung eine Antenne. „Ich habe eine 21 Meter lange Drahtantenne auf dem Dach. Die habe ich bis zum Gartenzaun gespannt.“ Damit erreiche er leicht alle europäischen Länder und bei gutem Funk-Wetter auch alle anderen Kontinente. Am besten funktioniere seine Verbindung im Herbst, wenn es kalt ist und die Sonne scheint.

Das Besondere am Amateurfunk? „Es ist schön, mit Gleichgesinnten aus der ganzen Welt zu sprechen. Dazu bin ich ein großer Freund der Kommunikation.“ Er sei sich sicher, damit einen Beitrag zur Völkerverständigung zu leisten. „Freilich stehe ich, wie zahlreiche Funkamateure, zur Funkhilfe im Notfall bereit.“

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