Imshäuser bis Sommer im schnellen Netz

Endlich schnelles Internet für Imshausen: von hinten links Michael Vogel (Betriebstechniker der Telekom), Helmut Reimold, Dirk Müller, Peter Schweitzer, vorn Ute Janßen, Fuat Dalar, Jürgen Dach und Inge Pfaff. Foto:  Schankweiler-Ziermann

Imshausen. Das schnelle Internet kommt nun auch ins kleine Dörfchen Imshausen. Voraussichtlich ab Sommer wird sich die Eieruhr beim Empfangen von Mails mit Fotos oder beim Surfen im Internet erheblich seltener zeigen, verspricht Fuat Dalar von der Telekom.

Am Donnerstag traf man sich im Herrenhaus in Imshausen, um den Startschuss für die Bauarbeiten zu geben.

Los geht es mit einem 80 Meter langen Leerrohr, für das die Glasfaserinitiative Imshausen-Gilfershausen selbst zuständig ist. Je 100 Euro oder mehr zahlen 35 der insgesamt 75 Haushalte aus Imshausen, um die fehlenden Meter Leerrohr zu legen. Denn von Bebra aus gibt es bereits ein Leerrohr der Telekom, das über Gilfershausen bis Imshausen reicht und in welches das Glasfaserkabel gelegt werden kann. Die Verbindung reiche von Bebra bis Nentershausen, erklärte Dalar.

Dass man bald mit einer Geschwindigkeit von 50 Megabit pro Sekunde Dateien herunterladen kann, dazu hat Jürgen Dach den Anstoß gegeben.

Er hatte vor einem Jahr schlicht einen Antrag bei der Telekom gestellt, die eine Möglichkeit sah und zum Ortstermin erschien. „Danach habe ich getrommelt“, sagt Jürgen Dach. Denn je mehr Haushalte sich beteiligen, desto geringer werden die Kosten. Das gilt auch jetzt noch, wenn sich weitere Interessenten anschließen. Insgesamt sind in Gilfershausen und Imshausen 260 Haushalte interessiert.

Immobilie wird aufgewertet

Besonders wichtig ist das schnelle Netz für die Stiftung Adam von Trott. Ute Janßen erklärte, die Kommunikation laufe bisher fast ausschließlich übers Festnetz, wenn zehn Personen ins W-Lan-Netz wollten, gehe gar nichts mehr. „Junge Leute bekommen Schnappatmung, wenn sie kein Netz haben“, sagt Janßen. Bisher läuft das Internet in Imshausen mehr schlecht als recht per Funkverbindung. Bei Schneefall oder Sturm ist Funkstille.

An den Kosten beteiligen sich solidarisch auch Imshäuser, die selbst kein Internet nutzen, weil es einfach zur Infrastruktur gehört. Dirk Müller, Vertriebspartner der Telekom in Rotenburg, sagt, mit schnellem Netz werde eine Immobilie auch aufgewertet.

Zeitersparnis

Für Jürgen Dach bedeutet das Glasfaserkabel eine bedeutende Zeitersparnis. Er verkauft Windkraftanlagen und hat sein Büro im Haus. Künftig kann er schneller per Mail kommunizieren, übers Internet telefonieren oder auch fernsehen. Er weist darauf hin, dass auch ältere Menschen vom schnellen Netz profitieren können. Fuat Dalar nennt die mögliche Überwachung zuhause, etwa die Übertragung von Blutzuckerwerten an den Arzt oder den Teppich mit Sensoren, der Alarm gibt, wenn jemand gestürzt ist.

Dass alle Generationen heute im Netz sind, bestätigt Ortsvorsteher Peter Schweitzer. Per E-Mail geschickte Fotos seiner sechs Enkel wird er bald ohne Probleme öffen können. Und Inge Pfaff freut sich auf ein zweites Telefon.

Auch in Solz gibt es eine Internet-Initiative. Laut Fuat Dalar von der Telekom soll dort das schnelle Internet bis Juni/Juli Einzug halten.

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