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In Bebra leitet mit Isabel Steinbach erstmals eine Frau das Ordnungsamt

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Fenster zum Hof: Isabel Steinbach in ihrem Büro mit dem Rathausmarkt im Rücken.
Fenster zum Hof: Isabel Steinbach in ihrem Büro mit dem Rathausmarkt im Rücken. © FRIEDHELM EYERT

Seit diesem Sommert ist Isabel Steinbach Chefin des Amtes für öffentliche Sicherheit und somit die erste Frau im Bebraer Rathaus in einer absoluten Führungsposition.

Bebra – Ihr Rat ist überall gefragt: Egal, ob jemand zu verwahrlosen droht, ein Gewerbe angemeldet, ein neues Feuerwehrauto beschafft werden muss oder wegen eines Tickets aufgrund falschen Parkens die Welt unterzugehen droht - ihr Aufgabengebiet im Bebraer Rathaus ist so vielfältig wie kein anderes. Das Ordnungsamt ist hier seit vielen Jahren schon eine Einrichtung, die andernorts gern separat als Bürgerbüro bezeichnet wird. „Zu uns kommen alle, die anderswo nicht weiterkommen. Wir versuchen ja auch, Jeder und Jedem zu helfen“, bestätigt Isabel Steinbach.

Dabei stößt sie zwangsläufig immer wieder an rechtliche Grenzen. „Ein Ordnungsamt ist eine Gefahrenabwehrbehörde und kein Unordnungsaufräumamt“, stellt die Bebranerin angesichts zahlreicher Konflikte aus dem Nachbarrecht fest. Seit April 2016 ist sie bereits stellvertretende Leiterin. Kaum ein Problemkreis ist ihr bisher verborgen geblieben, oftmals blickt sie dabei auch in menschliche Abgründe.

„Allzu sensibel darfst du hier nicht sein, sonst hältst du das auf Dauer nicht aus“, gibt sie einen Einblick ins Innerste der Abteilung. Stolz ist sie auf Ihr Team in Meldeamt, Standesamt und dem Bereich Verkehr. „Ohne meine Leute geht nichts. Auf sie lasse ich nichts kommen“, lautet ihr Credo.

Zum neuen Job gehört auch die Vorbereitung, Organisation und Durchführung von Wahlen. Während in anderen Kommunen oftmals Bürgermeister als Wahlleiter fungieren, hat der Magistrat der Stadt Bebra diese Aufgabe seit vielen Jahren mit der Amtsleitung des Ordnungsamtes verknüpft und damit Isabel Steinbach verantwortlich übertragen.

Dass sie die erste Frau in einer Führungsposition der Männerdomäne Rathaus ist, spielt dabei für sie keine große Rolle. „Ich habe mich da nicht reingedrängt, weil ich eine Frau bin, sondern weil mich die Aufgaben reizen und weil jeder Tag mit neuen Herausforderungen verbunden ist“, bestätigt sie selbstbewusst. Man müsse allerdings in einer Zeit, in der in sozialen Medien oft vorschnell geurteilt werde, auch manchmal über den Dingen stehen können.

Für Bebras Bürgermeister Stefan Knoche spielt es ohnehin keine Rolle, ob er einer Frau oder einem Mann eine Aufgabe überträgt. Angesichts des bisher unzeitgemäßen Frauenanteils in Führungspositionen im Rathaus freue er sich umso mehr, „die Schlüsselposition im Ordnungsamt absolut kompetent mit Isabel Steinbach besetzen zu können“, so Knoche, der weiterhin Wert auf die Feststellung legt, dass die neue Chefin auf ihre Aufgaben durch ihren Vorgänger im Amt bestens vorbereitet worden sei.

Unlängst hat die neue Amtsinhaberin die zusätzliche Abschlussprüfung eines speziellen Programms für Führungs- und Nachwuchskräfte des Institutes für Personal- und Betriebswirtschaft in Zusammenarbeit mit dem Hessischen Städte- und Gemeindebund mit Bravour bestanden.

Der Titel der Facharbeit im Rahmen dieses Lehrgangs lautete passenderweise „Eine Frau als Chefin - Female Leadership“.

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