In Erstaufnahme in Rotenburg leben 248 Bewohner

Jeder fünfte Flüchtling braucht Extra-Fürsorge

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Rotenburg. Auch wenn die Zahlen der Flüchtlingszugänge in Hessen seit Juni wieder leicht ansteigen – die große Welle ist vorerst vorbei. 

In der einzig verbliebenen Erstaufnahme im Landkreis Hersfeld-Rotenburg, der ehemaligen Alheimerkaserne, kommen derzeit alle zwei Wochen 50 neue Flüchtlinge an. Das hat eine Anfrage unserer Zeitung beim zuständigen Regierungspräsidium in Gießen ergeben.

In der Rotenburger Erstaufnahme leben derzeit 200 Bewohner, darunter 45 mit dem Status „besonders fürsorgebedürftig“, also Menschen mit einer leichten Behinderung und Traumatisierte. „Speziell der Zugang der besonders Fürsorgebedürftigen nimmt immer mehr zu“, sagt Thomas Baader, der Leiter der Erstaufnahme. Im Schnitt braucht jeder fünfte Flüchtling, der nach Rotenburg kommt, Extra-Fürsorge. Deshalb soll 2018 für diese Menschen die medizinische Abteilung in der Ex-Kaserne ausgebaut werden.

Auffällig sei auch, dass zunehmend Menschen aus afrikanischen Ländern wie Somalia und Eritrea sowie aus der Türkei nach Rotenburg kommen. Die Zugangszahlen sind laut Baader aber recht konstant, „wir haben seit Januar immer rund 250 Bewohner“.

Ausgelegt ist das Kasernengelände für bis zu 1370 Flüchtlinge, davon sind 570 Plätze Reserve. Hessenweit sind in den zehn Erstaufnahmen aktuell 2676 Flüchtlinge untergebracht.

Wie sich die Flüchtlingsbewegung in den kommenden Monaten entwickeln wird, ist unklar. „Dass das Land so viele Kapazitäten vorhält, zeigt, dass niemand genau weiß, wie viele Plätze noch gebraucht werden“, sagt Baader.

Auf dem Höhepunkt des großen Flüchtlingsandrangs im Herbst vor zwei Jahren kamen täglich bis zu 1500 Schutzsuchende nach Hessen. „Da ging es nur darum, die Menschen unterzubringen“, sagt Baader, „heute können wir uns ganz auf die Integration konzentrieren“. (ses)

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