Betriebe haben Nachwuchsprobleme

In Hersfeld-Rotenburg sind noch 300 Azubi-Stellen frei

Hersfeld-Rotenburg. Rund 300 Ausbildungsstellen sind aktuell im Landkreis noch nicht besetzt. Das teilt Waldemar Dombrowski von der Agentur für Arbeit Bad Hersfeld-Fulda auf Anfrage mit.

Wer noch auf der Suche nach einer Lehrstelle sei, solle sich so schnell wie möglich bei der Arbeitsagentur melden.

Die meisten Ausbildungen haben zwar bereits am 1. August begonnen, doch die Chancen für Bewerber stehen weiterhin gut. Die Betriebe haben Probleme, ihre Lehrstellen zu besetzen, weil die Zahlen der Schulabgänger sinken. Zudem hält der Trend an, dass immer mehr junge Menschen an Universitäten oder Hochschulen gehen, sagt Dombrowski. Außerdem seien viele nicht ausreichend informiert über die Möglichkeiten, die Ausbildungsberufe bieten.

„Wer eine Ausbildung im Handwerk macht, hat beste Perspektiven im späteren Berufsleben. Es gibt meist unbefristete Verträge – wer sich für ein Studium entscheidet, hat es da im Anschluss oft schwerer“, sagt Hans Wilhelm Saal, Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft. Auch die Bezahlung werde sich wegen des Handwerkermangels zunehmend verbessern. „Wer einen Meister macht, wird vielen Uni-Absolventen bald um Längen voraus sein.“ Nachwuchsprobleme haben laut Saal unter anderem das Lebensmittelhandwerk, Baugewerbe und Frisöre. Genügend Bewerber gebe es nach wie vor in der Autoindustrie und in Metallberufen.

Auch Tobias Binder, Leiter des Kreis-Servicezentrums der IHK, bestätigt, dass die Bewerberzahlen zurückgehen – zum Beispiel in Gastronomie und Logistik. Deswegen spreche man seit einigen Jahren auch verstärkt Studienabbrecher an und vermittele Kontakte zu Unternehmen. Mehr als 100 junge Menschen im Kreis suchen noch nach einem Ausbildungsplatz. Denen empfiehlt Binder, sich möglichst rasch bei Stellenbörsen zu informieren. 

Alle Branchen haben noch Plätze

Freie Ausbildungsplätze gibt es laut der Agentur für Arbeit noch in allen Branchen. Große Probleme haben Baugewerbe, Nahrungsmittelhandwerk, Einzelhandel, Hotellerie, Gastgewerbe und Logistik. Auch bei Ausbildungen zum Koch, Friseur, Lebensmittel-Fachverkäufer und Anlagenmechaniker stehen die Chancen gut. Früher konnten sich viele Betriebe aus mehreren Bewerbern die besten aussuchen. Nun kommen auf einen Bewerber 1,6 Ausbildungsplätze. Wer noch auf der Suche ist, kann sich bei der Agentur für Arbeit in Bebra und Bad Hersfeld beraten lassen. Termine werden dort am Empfang oder unter der Servicenummer vergeben: Tel. 0 800/4 55 55 00

Rubriklistenbild: © picture alliance / Oliver Berg/d

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