1. Startseite
  2. Lokales
  3. Rotenburg / Bebra

Insolvenzflut im Landkreis Hersfeld-Rotenburg bleibt aus

Erstellt:

Von: Daniel Göbel

Kommentare

Geschäftsaufgabe: Wegen der Corona-Pandemie droht vielen Betrieben in den nächsten Monaten das Aus.
Die Zahl der Insolvenzanträge im Kreis Hersfeld-Rotenburg hat sich im Vergleich zum Vorjahr kaum verändert.  © dpa/Martin Gerten (Symbolbild)

Die Zahl der Insolvenzanträge im Kreis Hersfeld-Rotenburg hat sich im Vergleich zum Vorjahr kaum verändert.

Hersfeld-Rotenburg – Von Januar bis Ende August erreichten das zuständige Amtsgericht in Bad Hersfeld 145 Insolvenzanträge von Selbstständigen, Unternehmen und Privatpersonen, erklärt Dr. Rolf Schwarz, Leiter der Insolvenzabteilung am Amtsgericht.

Im gleichen Zeitraum des Vorjahres lag die Zahl der Anträge bei 154.

Den größten Anteil machen dabei Anträge von Privatpersonen aus. So gab es in diesem Jahr bislang 105 Eingänge von Verbraucherinsolvenzen, im Vorjahreszeitraum waren es 117. „Im Jahr 2020 waren die Zahlen noch deutlich geringer, besonders bei den Verbraucheranträgen, von denen es 2020 insgesamt 54 gab“, erklärt Schwarz. „Die Insolvenzzahlen sind bereits seit einigen Jahren auf Talfahrt, in allen Bereichen.“ Bei schlechter Konjunktur seien bis zu 200 Privatanträge pro Jahr nicht ungewöhnlich.

Den rapiden Anstieg der Privatanträge erklärt das Amtsgericht mit einer verkürzten Restschuldbefreiungsphase im vergangenen Jahr. Diese halbiert die bisher in der Regel sechsjährige Insolvenzphase. Wer in dieser Phase alle Auflagen einhält, bekommt die Restschulden erlassen.

Nicht von einer Insolvenzflut betroffen sind die Firmen im Landkreis. So haben in diesem Jahr bis Ende August elf Firmen einen Insolvenzantrag gestellt, im Vorjahreszeitraum lag die Zahl bei zehn Firmen. Bei Selbstständigen liegt die Zahl in diesem Jahr bislang bei 29 Anträgen, im Vorjahreszeitraum waren es 27 Anträge.

Die künftige Entwicklung der Insolvenzen im Kreis Hersfeld-Rotenburg ist laut Schwarz nicht abzuschätzen. Dem Amtsgericht lägen bislang keine Informationen oder Anfragen zu bevorstehenden Insolvenzanträgen vor. Das Amtsgericht sei aber personell und organisatorisch in der Lage, eine deutlich höhere Anzahl von Insolvenzverfahren zu bearbeiten. Ebenso gäbe es eine große Anzahl von potenziellen Insolvenzverwaltern, die bereits seit Jahren auf Aufträge warten würden, erklärt Schwarz.

Insolvenzverfahren

Das Insolvenzgericht, bei dem bis zur Eröffnung des Insolvenzverfahrens der Insolvenzrichter zuständig ist, prüft den Antrag auf Zulässigkeit. Im Rahmen der Prüfung werden insbesondere folgende Voraussetzungen geprüft: die Insolvenzfähigkeit des Schuldners, die Antragsberechtigung, wobei zur Antragstellung sowohl der Schuldner, als auch jeder Gläubiger berechtigt ist, sowie bei einem Antrag eines Gläubigers die Glaubhaftmachung von dessen Forderung. (Daniel Göbel)

Auch interessant

Kommentare