Waidmänner: Reform provoziert Schäden und gefährdet Arten

Jäger machen mobil gegen neue Verordnung

Hersfeld-Rotenburg. Jäger im Landkreis machen mobil gegen eine geplante Jagdverordnung des Landes Hessen.

Der aktuelle Entwurf des Umweltministeriums höhle das hessische Jagdgesetz aus, provoziere Wildschäden und sei insbesondere für bedrohte Arten katastrophal, kritisieren der Vorsitzende des Kreisjagdvereins Hersfeld, Wilfried Marchewka, und der Vorsitzende der Jägervereinigung Rotenburg, Wolfgang Adam. Beide Verbände beteiligen sich deshalb am 26. September an einer Demonstration in Wiesbaden. Während die Jagdzeit für Rehe, Hirsche und Wildschweine ausgeweitet wurde, sehe der Entwurf für Füchse, Rabenkrähen und Elstern bundesweit die kürzesten Zeiten vor. Wegen der Tollwutimpfung habe sich der Fuchsbestand in Hessen in 30 Jahren auf rund 150 000 Tiere verfünffacht. Das führe zur Ausbreitung von Räude, Staupe und Fuchsbandwurm. Rabenvögel hätten ein leichtes Spiel, die Nester von Singvögeln zu plündern. Zugleich sei ein gravierender Anstieg der Schäden in der Landwirtschaft zu erwarten. Nicht nachvollziehbar ist für Marchewka und Adam, dass die Jagdzeit für Graugänse ganz gestrichen werden soll. Die Vorsitzenden verweisen auf die Niederlande, wo sich nach einem Jagdverbot eine Gänseplage entwickelt habe und 400 000 Tiere in mobilen Gaskammern getötet werden mussten.

Als Schritt in die richtige Richtung wertet hingegen Mark Harthun, stellvertretender Landesgeschäftsführer des Naturschutzbundes (Nabu) Hessen, den Entwurf. In der Praxis nicht bejagte Tiere wie Fischotter, Luchs und Wildkatze müssten ebenso vom Jagdrecht ausgenommen werden wie jene auf der roten Liste für bedrohte Arten. Auch das Jagdverbot für Graugänse begrüßt er: In Hessen gebe es weniger Wasserflächen als in den Niederlanden, und dadurch auch nur knapp 700 Brutpaare. Zum Tage, Hintergrund, Seite 3

Von Jan-Christoph Eisenberg

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