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Neuen Hessische Jagdverordnung: Keine Jagd mehr auf Hasen?

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Von: Carolin Eberth

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Ein Feldhase auf einer Wiese
So sehen Feldhasen aus, die nicht zähmbar sind und in der Wildnis leben. © Karen Miether/epd

Scharfe Kritik am Entwurf der neuen Hessischen Jagdverordnung, wonach in Zukunft Rebhuhn und Feldhase nicht mehr bejagt werden dürfen übt die heimischen Jägerschaft.

Hersfeld-Rotenburg – Nach dem Entwurf der neuen Hessischen Jagdverordnung – erarbeitet vom Hessischen Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz – sollen in Zukunft Rebhuhn und Feldhase nicht mehr bejagt werden dürfen. Besonders in der heimischen Jägerschaft stößt der Entwurf, der auch noch einige andere Veränderungen mit sich bringt, aktuell auf scharfe Kritik.

„Bisher wurde die Feldhasenbejagung unter wissenschaftlicher Leitung des Arbeitskreises Wildbiologie an der Universität Gießen durchgeführt – das sogenannte Feldhasen-Monitoring. Jäger haben im Frühjahr und Herbst in aufwendiger Weise den Hasenbesatz ermittelt. Nur bei einem deutlichen Zuwachs durfte der Feldhase dann, nach Vorgaben des Arbeitskreises Wildbiologie, bejagt werden“, erklärt Wilfried Marchewka, Vorsitzender des Kreisjagdvereins Hersfeld.

„Im Durchschnitt hätten die Jäger in den vergangenen Jahren jährlich 20 000 Hasen in Hessen entnehmen können. Erlegt wurden jedoch nicht einmal 2000 Hasen, also weniger als zehn Prozent“, sagt Dr. Dietrich Karpa, Jäger und Alheimer Hegeringleiter. Das Monitoring bestätigt zudem, dass die Hasenpopulation seit 2016 sogar wieder deutlich angestiegen ist. „2021 wurde in den Referenzgebieten ein durchschnittlicher Frühjahrsbesatz von 17,9 Feldhasen auf 100 Hektar und einem durchschnittlichen Herbstbesatz von 21,3 Hasen ermittelt“, so Dr. Karpa. Das sei das bislang beste Ergebnis der vergangenen fünf Jahre und der Anstieg sei auch bei den Hasen-Zählungen der Hegegemeinschaft Alheimer bestätigt worden.

„Steigende Populationen wurden also wissenschaftlich festgestellt, trotzdem wird willkürlich durchgegriffen und ideologische Festlegungen getroffen. Für Wildbiologen, Jagdrechtsinhaber und die Jägerschaft ist das nicht ansatzweise nachvollziehbar“, kritisiert Marschewka.

„Auch die Rebhuhn-Zählungen zeigen, dass es in Hessen Besätze gibt, die im Rahmen des jährlichen Zuwachses sogar nachhaltig bejagt werden können. In einigen Regionen wurden selbst bei intensivster landwirtschaftlicher Nutzung Frühjahrspaardichten von fünf bis sieben Paarhühnern auf 100 Hektar Offenland ermittelt. Solche Spitzenbesätze kommen nicht alleine vom Wetter und der Lage. Solche Besätze sind dort vorhanden, wo auch umfangreiche Hegemaßnahmen betrieben werden“, meint Dr. Dietrich Karpa.

Mehr über die Novelle der Hessischen Jagdverordnung und zur Kritik aus der Jägerschaft lesen Sie in der gedruckten Ausgabe unserer Zeitung. (Carolin Eberth)

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