700 Jahre Hönebach: Der Höhepunkt war die wilde Sau

Der Höhepunkt des Festabends: Zur Eröffnung des Ortsjubiläums 700 Jahre Hönebach wurde das historische Theaterstück „Die wilde Sau“ aufgeführt. Es handelt von einer Räuberbande, die 1526 die Handelswege um Hönebach unsicher macht. Fotos: Vöckel

Hönebach. Ein Dorf feiert Geburtstag: Hönebach sein 700-jähriges Bestehen. Der Auftakt war ein festlicher Abend mit Musik, Gesang, Tanz und einem Theaterstück.

Die Mitwirkenden waren der Frauenchor, der sich mit einigen jungen und jung gebliebenen Männer verstärkt hatte. Die Gesangsgruppe sorgte für den ersten Beifallssturm mit dem „Hönebacher Heimatlied“ und dem „Hymnus auf das Lied“. Beim „Hessenlied“ wurde der Chor von Harry Günther am Akkordeon begleitet.

In gleich zwei Rollen trat Hermann Eimer auf: Als Chronist und im Dialekt als Hönebacher Hein, der nicht auf den Kopf gefallen war. Beim Streifzug durch die Ortsgeschichte musste er öfter den Stuhl auf der Bühne wechseln.

Zwei Aspekte stellte Eimer bei seinem Auftritt in den Vordergrund. Das war einmal „die gute alte Zeit“, die es ganz bestimmt mit Festen und Feiern gab. Die „schlechte alte Zeit“ aber überwog. Der Chronist machte das fest an einschneidenden Ereignissen. Das sei gleich zweimal die schwarze Pest gewesen, die viele Hönebacher nicht überlebten.

Zeichen für Gottvertrauen

Nach dem 30-jährigen Krieg seien nur noch rauchende Trümmer vom Ort übrigblieben. Es gab aber auch eine Ausnahme: Die Kirche überstand die Verwüstungen unbeschädigt. Das war laut Eimer ein Zeichen für Gottvertrauen, unter dem die verbliebenen sieben Familien das Dorf an der Wasser- und Wetterscheide wieder aufbauten.2

Heute würden zu wenige Kinder und der Wegzug in Ballungszentren den Fortbestand des Ortes bedrohen. Der Chronist hofft auf die Auswirkungen der 700-Jahrfeier. Dieses Ereignis mit der zweijährigen Vorbereitungszeit sei nicht nur ein Konjunkturprogramm für die Wirtschaft, sondern auch für die Köpfe und Seelen der Menschen in Hönebach.

Der Männerchor besang die „Bergheimat du, in dir find ich Ruh“. Zum Feste luden die Sänger ferner ein „Wer mit uns will fröhlich sein“.

Der Höhepunkt war das Theater „Die wilde Sau“, aufgeführt von einer neu gegründeten Theatergruppe. Die Handlung: Die wilde Sau ist ein Räuber, der 1526 in Hönebach und Umgebung sein Unwesen treibt. Sein Unterschlupf ist der Keller der Ruine Blumenstein. Von dort aus überfällt er mit seinen Gesellen die Handelsleute und Reisenden auf den „kurzen Hessen“, dem Handelsweg, der von Thüringen durch Hönebach nach Hessen führt.

700 Jahre Hönebach: "Die wilde Sau" war der Höhepunkt

Zweimal hat ihn die „Polizei“ gefasst, doch immer ist er entwischt. Den Bewohnern wird es schließlich zu ungemütlich. Dank einer mutigen Braut fangen sie die Räuberbande und jagen sie davon. Die „Wilde Sau“ hatte aber auch ihre gute Seite. Einer alten Frau half der Räuber mit Goldmünzen aus der Klemme gegen einen miesen Geldeintreiber der Obrigkeit, der aber prompt wieder um seine Beute erleichtert wurde.

Für ein weiteres Glanzlicht des Abends sorgte die Showtanzgruppe Hönebach mit einem Potpourri der letzten 15 Jahre und dem Flashmob „Rock mi“ zum Abschluss.

Von Herbert Vöckel

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