25 Jahre Mauerfall: Festakt mit Europapolitikern in Philippsthal

25 Jahre Mauerfall: Zum Dank verschenkte Staatsminister Michael Roth (rechts) Steigerhäckel, so an Festredner Sandro Gozi (Zweiter von links). Mit im Bild Wildecks Ex-Bürgermeister Willi Müller (links) und Ralf Orth, Bürgermeister der Gastgeber in Philippsthal.

Philippsthal. Erinnerungen an den Mauerfall vor 25 Jahren und Überlegungen, welche Konsequenzen daraus gezogen wurden und werden, bestimmten einen Festakt mit Diskussion in Philippsthal.

Beim Blick aus seinem Schlafzimmer war die freie Welt schnell zu Ende: Die bedrohliche Nähe der Zonengrenze zu seinem Heimatort Heringen ist Michael Roth, Europa-Staatsminister im Auswärtigen Amt, auch heute noch gegenwärtig.

Beim mit mehreren Europa-Politikern hochkarätig besetzten Festakt zu 25 Jahre Mauerfall am Samstag in der Philippsthaler Kreuzberghalle war es Roth deshalb ein Anliegen, dass die europäische Union nicht in erster Linie für den Binnenmarkt oder die gemeinsame Währung steht, sondern dass vor allem die gemeinsamen Werte wie Freiheit und Solidarität zählen.

Diese Bausteine unserer Gesellschaft spielten auch in der Festrede von Sandro Gozi eine tragende Rolle. Der Europa-Staatssekretät aus Italien und derzeitige Präsident der Europäischen Union bezeichnete den Mauerfall als einen „entscheidenden Moment der europäischen Geschichte“ und hob dessen Stellenwert für die nachfolgenden Generationen hervor. Gozi äußerte die Hoffnung, dass das begonnene Werk weiter fortgeführt werden kann.

In der folgenden Diskussionsrunde mit den Europa- und örtlichen Politikern erinnerte man sich an die bewegenden Momente vom November 1989.

Für den würdigen musikalischen Rahmen der Festveranstaltung sorgte der Chor der Modell- und Gesamtschule Obersberg unter der Leitung von Ulli Meiß - selbst weitgereist und als Botschafter in vielen Ländern freundlich aufgenommen.

Im Anschluss spazierten Politiker und Gäste zur Straße Tiefenkeller, wo sechs verschiedene „Bäume der Einheit“ gepflanzt wurden - für jedes Land einer.

Von Karl Schönholtz

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