Auftakt mit Schalke 04

Vor 40 Jahren wurde die Kehlberg-Kampfbahn eröffnet

Volles Haus zur Eröffnung: 5000 Zuschauer sahen die Begegnung des ESV Ronshausen gegen Schalke 04 in der neu gebauten Kehlberg-Kampfbahn. Archivfoto: nh

Ronshausen / Gelsenkirchen. Mit einem unvergesslichen Knallerspiel wollten die Ronshäuser vor 40 Jahren ihre damals neue Sportstätte einweihen. Und das gelang.

Wenn er in seinen alten Unterlagen blättert, werden die Erinnerungen noch präsenter: Gerhard Viebach lenkte über 36 Jahre als Vorsitzender die Geschicke des ESV Ronshausen. Auf eines seiner schönsten Erlebnisse dieser langen Zeit brachte ihn jetzt wieder ein kleiner Artikel in unserer Zeitung. „Anpfiff auf der Kehlberg-Kampfbahn“ lautete die Überschrift unserer Kalenderblatt-Rubrik „Vor 40 Jahren“.

Dahinter verbirgt sich das Einweihungsspiel der neu gebauten Sportanlage, das der ESV am 3. August 1975 gegen die Bundesligamannschaft von Schalke 04 bestritt. Und das war ein ganz Besonderes, wie sich Viebach gerne erinnert.

Etwas Unvergessliches 

„Wir hatten im Vorstand überlegt, dass diese Einweihung etwas Unvergessliches werden sollte“, berichtet der Ronshäuser, der seit Kurzem 80 ist. Eine attraktive Fußballmannschaft aus der 1. Bundesliga sollte dafür gefunden werden. „Mehrere waren im Gespräch, aber unser Favorit war aufgrund der damaligen Beliebtheit einfach Schalke 04“, sagt Viebach.

8000 D-Mark hatte der Vorstand dafür bewilligt, die Schalker Fußballstars von Trainer Max Merkel nach Ronshausen zu holen. Und die Vorzeichen standen nicht schlecht: „Der Schalker Bundesligaspieler Heinz van Haaren war der Schwager unseres ESV-Trainers Harald Nowak - der van Haaren hat mich dann in Bochum am Zug abgeholt und wir sind zusammen nach Gelsenkirchen ins Parkstadion gefahren“, erinnert sich der heutige ESV-Ehrenvorsitzende.

Zu Gast im Blauen Salon 

Weiß es noch, wie heute: Gerhard Viebach, der kürzlich seinen 80. Geburtstag feierte, schwelgt in schönen Erinnerungen, wenn er an die Eröffnung der Ronshäuser Kehlberg-Kampfbahn im August 1975 zurückdenkt. Für das Gespräch mit unserer Zeitung hat er die alten Fotos und Artikel nochmal herausgesucht. Foto: Gottbehüt

Der Zutritt in die heiligen Hallen von Schalke 04 sei so kein Problem gewesen. „Wir wurden im Blauen Salon von zwei schneidigen, im Vereinsdress gekleideten, Sekretärinnen empfangen und wenige Minuten später kam dann auch schon Schalke-Präsident Günter Siebert herein.“ Für den hatte Gerhard Viebach ein weiteres Ass im Ärmel. Er richtete ihm schöne Grüße von Willi Funk aus - dem in Ronshausen lebenden Onkel von Günter Siebert. „Warum haben Sie ihn nicht gleich mitgebracht?, fragte Siebert mich und sagte im selben Atemzug: aber am Preis ändert das leider nichts - denn wir sind Schalke 04 und dann müssen Sie halt beim Eintritt etwas mehr nehmen“. Und der Preis hatte es in sich: 15 000 Mark plus 1200 Mark für Reisekosten war die Summe, die später im Vertrag stand. „Auf der Rückfahrt im Zug habe ich mir dann schon so meine Gedanken gemacht. Schließlich hatte ich unser Budget auf eigenes Risiko um locker das Doppelte überschritten“, erinnert sich Viebach.

Die Werbetrommel rühren 

Da galt es, die Werbetrommel zu rühren: „Zusammen mit meiner Frau Hilde habe ich alle Fußballlokale in der Region besucht und jedem Wirt zwei Freikarten geschenkt, damit wir unsere großen Plakate aufhängen durften und die Wirte Werbung für unser Spiel machten.“

Und das zahlte sich aus: Am Sonntag, 3. August 1975, um 16 Uhr sollte Anpfiff sein. „Die ersten Busse mit Gästen kamen schon morgens um Neun“, weiß Viebach. Am Ende waren es 5000 Zuschauer, die dem Verein für fünf Mark Eintritt ausreichend Einnahmen bescherten, um die Schalker Mannschaft zu bezahlen.

Wie das Spiel vor 40 Jahren ausging und warum es sich sehr positiv auf die sportliche Entwicklung des ESV Ronshausen auswirkte, lesen Sie in unserer gedruckten Mittwochausgabe der HNA Rotenburg-Bebraer Allgemeinen.

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