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Jazz und Blues im Advent: Alexander und Maximilian Blume begeisterten Freitagabend

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Von: Susanne Kanngieser

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Advent mit Freunden: Alexander Blume (5. von rechts) und seine kongenialen Begleiter begeisterten mit jazzigen und swingenden Klangperlen im Haus der Begegnung in Ronshausen.
Advent mit Freunden: Alexander Blume (5. von rechts) und seine kongenialen Begleiter begeisterten mit jazzigen und swingenden Klangperlen im Haus der Begegnung in Ronshausen. © Susanne Kanngieser

Zeit zum Innehalten, Runterkommen und die Möglichkeit, sich auf besondere Art und Weise auf Weihnachten einzustimmen: Diese Gelegenheit ließen sich etwa 45 Besucher des herrlich entschleunigenden Programms „Advent mit Freunden“ am Freitagabend im Haus der Begegnung in Ronshausen nicht entgehen.

Ronshausen – Der Eisenacher Jazz- und Bluespianist Alexander Blume hatte mit Jazz, Blues, weihnachtlichen Chorälen und Gospelmusik voll und ganz den Geschmack des Publikums getroffen. Neben dem virtuosen Tastenmensch gab Sohn Maximilian am Schlagzeug rhythmisch sehr versiert den Takt an und beherrschte auch einen leichten „bouncy“ Swingstil der 30-er und 40-er Jahre. Außerdem überzeugte er als Solist mit farbenreicher Stimme und vielseitiger Musikalität.

Die dritte im Bunde war Sina Rien aus Dresden am Kontrabass. Geerdet war ihr Stil, eindringlich, oft mit steigernder Dramatik und mit improvisatorischer Kreativität. Ein achtköpfiges Gesangsensemble begleitet das Trio seit einem Jahr. Im Wechsel ergänzten die anschwellenden und verklingenden Stimmen sanft das lebhafte Spiel der Musiker oder vereinten sich zu einem ausdrucksstarken Ganzen.

Es war ein außergewöhnliches Repertoire mit vielen Klangperlen und selten gehörten Melodien. Darunter war unter anderem Jochen Kleppers 1937 verfasstes Gedicht „Die Nacht ist vorgedrungen“, das von Johannes Petzold vertont als Adventslied Eingang in zahlreiche Gesangbücher fand.

Neben Momenten des Variierens und Improvisierens gab es Anklänge an die Tradition mit swingenden und jazzigen Mustern, die gegen den Strich gebürstet schienen und eine eigene Form der Besinnlichkeit schufen.

Sie gaben den Ton an: (von links) Maximilian Blume (Schlagzeug und Gesang), Sina Rien (Kontrabass) und Alexander Blume (Piano und Leitung) begeisterten mit federleichtem Swing und jazzigem Groove.
Sie gaben den Ton an: (von links) Maximilian Blume (Schlagzeug und Gesang), Sina Rien (Kontrabass) und Alexander Blume (Piano und Leitung) begeisterten mit federleichtem Swing und jazzigem Groove. © Kanngieser, Susanne

Im französischen Weihnachtsklassiker „Petit Papa Noël“ (Weihnachtsvater), wendet sich ein Kind am Heiligen Abend an den Weihnachtsmann und bittet ihn, bei der Geschenkverteilung nicht vergessen zu werden. Schön, wie hier verschiedene Ebenen ineinandergegriffen haben. Zwischenapplaus gab es bei „Let it Snow“, das mit viel Spielfreude und Witz, mal mit federleichtem Swing, mal mit kraftvollem Groove vorgetragen wurde.

Ob „Put a little love in your heart“, „Christmas Boogie“ oder „Good News“: Pfiffig wurden Hörererwartungen getäuscht, selbst Fundamentales schien permanent im Wandel. Und Alexander Blume brachte mit seinen kongenialen Begleitern alles mit, was man von einer perfekten Jazz- und Swing-Kombo erwarten kann: virtuose Technik, überschäumende Fantasie, Disziplin, die Fähigkeit zum kreativen Chaos und ästhetisches Gespür. Da sprang der Funke leicht über zum begeisterten Publikum in Ronshausen.

Doch Blume ist nicht nur ein Tausendsassa am Keyboard, sondern auch ein charmanter Moderator: So plauderte er locker über Familie und vergangene Auftritte oder wie sein Heimatort Göringen von Eisenach „annektiert“ wurde, und warum sich freitags die wenigen Männer des Ortes sprachlos an der Bushaltestelle treffen.

Es gab viel Applaus und der Wunsch nach Zugabe für ein ganz besonderes Konzerterlebnis mit rhythmischer Brillanz und schier grenzenlosem Einfallsreichtum.

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