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Katharina Hahns Abenteuer im Jugendhaus

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Von: Kim Hornickel

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Viel Strahlkraft und Lebendigkeit zeichnet Katharina Hahn aus, stellen ihre Kollegen im Jugendhaus Bad Hersfeld fest.
Viel Strahlkraft und Lebendigkeit zeichnet Katharina Hahn aus, stellen ihre Kollegen im Jugendhaus Bad Hersfeld fest. © Kim Hornickel

Ihre Bewerbung für eine 20-Stunden Stelle im Jugendhaus in Bad Hersfeld hatte Katharina Hahn gerade noch auf den letzten Drücker abgeschickt.

Bad Hersfeld - „Meine Mutter hatte die Stellenausschreibung entdeckt – am letzten Tag der Bewerbung“, erzählt die 19-Jährige und lächelt strahlend. Spontan musste alles schnell gehen. Hahn feilte den ganzen Tag an ihrer Bewerbung. Hatte sie doch schon seit einiger Zeit nach so einer passenden Stelle, parallel zu ihrem Studium der Sozialen Arbeit, gesucht.

„Dabei wollte ich eigentlich mal Lehrerin werden, wie meine Oma“, sagt Hahn. Doch dann entscheidet sie sich anders: „Ich will den Kindern aktiv helfen“, sagt Hahn. Weil sie eine Chance dafür in der Sozialen Arbeit sah, änderte die 19-Jährige ihre Pläne.

Hahn bereitete sich schon in der Schule auf ihr Studium vor. Auf der Konrad-Zuse-Schule in Hünfeld belegte sie die Fächer Erziehungswissenschaften und Psychologie. Dafür nahm sie jeden Morgen einen langen Schulweg auf sich, zuerst aus Tann in der Rhön, nach ihrem Umzug dann aus Bad Hersfeld.

Jeden Morgen lief Hahn zuerst durch die Bad Hersfelder Innenstadt, vorbei am Jugendhaus, dann stieg sie in den Zug nach Hünfeld. „Im Sommer habe ich auch mal ins Jugendhaus reingeschaut“, sagt die junge Frau mit den langen leicht gewellten Haaren und den hellen, großen Augen.

Seit Oktober ist das Jugendhaus nun ihr Arbeitsplatz. Statt morgens die Schulbank zu drücken, startet die 19-Jährige jetzt allerdings erst gegen Mittag in ihren Arbeitstag, dafür dauert es abends aber auch mal länger. „Ich bin sowieso nicht so ein Morgenmensch“, sagt sie und lacht.

Im Jugendhaus in Bad Hersfeld übernimmt Hahn bei der Kinderbetreuung am liebsten das Backen, „Immer montags ist Kids Day und in dieser Woche habe ich den Teig gemacht und die Kinder Plätzchen ausstechen lassen.“

Welche Spiele die Kinder in ihrer Entwicklung fördern und welche pädagogischen Ziele hinter den scheinbar unbedarften Spielen stecken, lernt Hahn von Kollegen wie Bady Buhle oder Manuela Kleinwächter. Immer dienstags sind Hahn und ihre Kollegin an der Linggschule im Einsatz und leiten eine Abenteuer-AG. Beim Murmelbahnbau mit den Kindern erinnert sich Hahn an ihre eigene Kindheit. „Ich denke, weil ich so jung bin, kann ich mich gut in die Kinder hineinversetzten“, sagt sie. Und Murmelbahnen habe sie selbst als Kind geliebt. Beim gemeinsamen Spielen lernen die Kinder, sich sozial zu verhalten, und auch Hahn lernt dazu. „Ich gehe die Arbeit noch eher emotional an“, sagt die 19-Jährige.

Hahn brütet auch selbst regelmäßig über neuen Ideen für die Kinderbetreuung. Spiele, Bastelarbeiten oder Ausflugstage müssen entworfen und geplant werden. Hahn ist immer auf der Suche nach guten Ideen. So ganz lässt sie ihre Arbeit auch zuhause nicht los. „Neulich bin ich nachts wach geworden und hatte eine Bastelidee“, erzählt die Studentin. Damit der Gedanke nicht verloren geht, zückt Hahn in solchen Momenten ihr Handy und notiert sich die Ideen. Vier Ordner voller Inspirationen hat sie schon auf ihrem Handy, sechs sind es auf ihrem Arbeitscomputer.

Immer wieder planen die Studentin und ihre Kollegen neue Abenteuer für die Kinder. Jeder Tag ist aber auch ein neues Abenteuer für Katharina Hahn. „Eine richtige Struktur gibt es in diesem Job nicht“, sagt sie, aber das störe sie nicht.

Wenn die 19-Jährige einmal nicht an der Arbeit ist, ist sie auch zuhause kreativ. Dann tanzt sie Ballett, malt mit Acrylfarben oder spielt Klavier und Volleyball – und sammelt dabei schon wieder neue Ideen für ihren nächsten Arbeitstag mit den Kindern.

Von Kim Hornickel

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