Internationaler Tag der Jogginghose

Jogginghose - ein echtes Allround-Talent

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Modedesignerin und Stilberaterin Dorothee Quanz.

Globale Anerkennung soll die Jogginghose  am 21. Januar 2017, erhalten. Den Internationale Jogginghosentag haben 2009 vier junge Österreicher ins Leben gerufen, die damals zu Fasching in eben diesem Beinkleid zur Schule gehen wollten.  Inzwischen gehen angeblich Menschen in über 50 Ländern an diesem Tag in Jogginghose zur Schule, zur Uni, zur Arbeit oder zu speziellen Partys. www.jogginghosentag.de

Eiterfeld. Die Jogginghose zählt weltweit zu den meist getragenen Kleidungsstücken, sie gewinnt seit Jahrzehnten an Beliebtheit und ist ein wahres Allround-Talent: Als Sporthose, Hose für zu Hause oder als modisches Statement. Das sagt eine, die es wissen muss – Dorothee Quanz aus Eiterfeld ist gelernte Modellmacherin, sie hat an der Modeschule in Düsseldorf gelernt und ist seit einigen Jahren selbstständig als Modedesignerin sowie Farb-, Stil- und Imageberaterin tätig. Auch an der Volkshochschule (VHS) des Landkreises Hersfeld-Rotenburg gibt sie Kurse.

Zur Geschichte

 Die Geschichte der Jogginghose beginnt in den 70er-Jahren, als sie noch ausschließlich als Sportoutfit getragen wurde. In den 80er-Jahren, im Discojahrzehnt, mutierte sie dann zur Ausgehkleidung, gerne in farbenfroher Ausführung. In den 90ern fand die Hose schließlich Einzug in den Alltag, war aber auch in der Rapper-Szene beliebt. Über die Jahre veränderten sich natürlich auch der Stoff und die Form, statt Ballonseide gibt es heute zum Beispiel Jogginghosen in Jeans- oder Lederoptik. Das Hosenbein wird zu den Waden hin enger. Wobei die klassischen Merkmale, wie ein elastischer Bund und ein lockerer Sitz an Hüften und Oberschenkeln, eben immer noch typisch Jogginghose sind. „Bemerkenswert ist: Die Jogginghose hat es vom Schlabberlook-Image zum modernen Streetstyle geschafft“, sagt Dorothee Quanz, die selbst vier Exemplare besitzt: eine fürs Sofa, eine zum Ausgehen und jeweils eine zum Laufen im Winter und im Sommer.

Die Vorurteile

 Die Jogginghose hat einen schlechten Ruf. „Ein nachlässiger Look lässt auch den Träger nachlässig wirken“, weiß Quanz. Wer in dem Outfit allerdings authentisch und stilvoll rüberkomme, werde auch ernst genommen. Selbst Kritiker Karl Lagerfeld präsentierte plötzlich Jogginghosen auf dem Laufsteg. „Der Tag der Jogginghose sollte uns motivieren, über unser Erscheinungsbild und die Wirkung unserer Kleidung nachzudenken“, meint Quanz. „Kleidung ist mehr als ein Gebrauchsgegenstand, sie bewegt etwas in uns und in unserem Gegenüber.“

Für wen und wo

 Der sportlich-klassische Typ nimmt die Jogginghose am liebsten beim Wort und trägt sie ausschließlich zum Sport, in der Freizeit und zu Hause. „Im Alltag würde er sich verkleidet und unwohl fühlen“, weiß die Stilberaterin. „Für den Sport ist die Funktion am wichtigsten, aber auch die Qualität ist entscheidend. Billig ist nicht immer preiswert.“ Der Jahreszeit sollte die Hose natürlich ebenfalls angepasst werden. „Dynamische Farben spornen übrigens zusätzlich an“, erklärt Quanz mit Blick auf die psychologische Wirkung von Farben. Für Modebewusste und Kreative sei die Jogginghose auch im Alltag ein toller Look. „Dabei sollte allerdings ein schickeres Modell gewählt werden“, weiß die Expertin. „Denn Jogginghose ist nicht gleich Jogginghose. Es gibt sie in vielen Variationen: gewebt aus feiner Wolle. aus Lederimitat oder edler Seide.“ Dabei gelte die Faustregel: Ist die Hose locker geschnitten, sollte das Oberteil enger anliegen. Auf jeden Fall gepflegt sollte die Jogginghose sein, gewaschen, gebügelt und niemals ausgeleiert. „Sonst wirkt es schnell ungepflegt“, so Quanz. „Wichtig ist auch, dass sie geschickt kombiniert wird.“

Styling-Tipps

 Zum Motto City Chic empfiehlt Quanz einen schlichten Blazer oder einen klassisch-eleganten Pullover, dazu edle Schuhe oder Sneakers. Partytauglich wird die Jogginghose mit einem aufregenden Glitzer- oder Pailletten-Oberteil sowie femininen Schuhen. „Die sind ein toller Kontrast zur sportiven Hose. High Heels oder spitze Pumps haben zudem den Vorteil, dass sie die Beine länger wirken lassen.“ Das mache den Look auch für kleine Frauen perfekt. Mollige Frauen können mit locker geschnittenen Hosen kleine Problemzonen wie breite Hüften kaschieren. „Das Oberteil locker in die Hose stecken, das verleiht der Figur etwas mehr Taille“, weiß Quanz. Leicht hochgekrempelte Hosenbeine betonen die Fesseln als schlankeste Stelle des Beins. „So kann man ein paar Zentimeter an Länge dazu schummeln und die Figur wirkt schlanker.“ Modebewussten Herren empfiehlt die Expertin eine elegante Jersey-Anzughose im Joggpant-Style mit passendem Sakko, einem schicken Hemd und lässigen Sneakern.

Wo besser nicht

 Im Büro ist die Jogginghose – zumindest in den meisten Branchen – ein absolutes No-Go, denn dort steht laut Quanz Seriosität im Vordergrund. „Am Casual Friday dürfen Hemd und Krawatte zwar durch legere Kleidung ersetzt werden, eine Jogginghose ist aber immer noch ein Tabu.“ Ok sei diese gut kombiniert allenfalls in der Kreativ-Branche.

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