Juden und Christen gute Nachbarn? - Vortrag in Bebra

Blick zurück: Das ehemalige jüdische Warenhaus Hugo und Moritz Oppenheim um 1920 in Bebra. Foto: nh

Bebra. Unter der Überschrift: „Juden und Christen in Bebra gute Nachbarn?“ lädt der Geschichtsverein Altkreis Rotenburg/Arbeitskreis Bebra zu einem Vortrag von Karl-Heinz Kilian, Pfarrer i. R., ein. Der Vortrag findet am Mittwoch, 26. Januar, ab 19.30 Uhr im Hessischen Hof in Bebra statt.

„Ein brisantes und hoch interessantes Thema, in dem das Miteinander dieser Bürger beider Konfessionen, die in dem damaligen Dorf Bebra Tür an Tür wohnten, über einen Zeitraum von fast 500 Jahren betrachtet und aufgearbeitet werden soll“, heißt es in der Pressemitteilung der Veranstalter.

Die ältesten Zeugnisse jüdischen Lebens in Bebra sind im Staatsarchiv Marburg erhalten. Sie berichten mit dem Jahr 1539 beginnend von allerlei Vorfällen, in denen Juden meist zu Unrecht beschuldigt worden waren. Aber sie spiegeln auch etwas vom Alltag dieser Zeit wider. Das geschieht etwa, wenn der Bebraer Bürgermeister nur Gutes von einem angeschuldigten jüdischen Bürger seines Dorfes zu berichten weiß.

Auch in den Akten des Pfarrarchivs finden sich Spuren des Miteinanders. So gab es zum Beispiel Konflikte wegen der Sonntagsheiligung. Doch der weitaus größere Teil der Akten befasst sich mit alltäglichen Dingen. Da ist der Wunsch der jüdischen Gemeinde, eine eigene Synagoge, später eine eigene Schule zu haben. Von Schulvisitationen ist die Rede, die der evangelische Pfarrer in seiner Eigenschaft als Schulinspektor vorzunehmen hatte.

Bis zum Jahr 1933 könnte man also von guter Nachbarschaft reden. Dann aber folgte der dunkelste Teil der gemeinsamen Geschichte, der mit dem Pogrom und der Feststellung des damaligen Bürgermeisters, dass Bebra nun „judenfrei sei“, seinen traurigen Höhepunkt fand.

Der Eintritt kostet für Mitglieder 1,50 Euro,für alle anderen Besucher 2,50 Euro. (dup)

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