Gewerkschaft und K+S verteidigen das komplexe Vertragswerk

Neues Kali-Tarifsystem verunsichert Kumpel

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Hersfeld-Rotenburg. Nicht nur das Übernahmeangebot von Potash sorgt im Moment bei den Kali-Kumpeln im Werratal für Verunsicherung. Unmut gibt es auch wegen des neuen Entgelttarifvertrags, dessen Auswirkungen die Mitarbeiter jetzt in ihren Lohntüten spüren.

Viele Kumpel befürchten Lohneinbußen. Aus Protest gab es bereits Austritte aus der Gewerkschaft.

Bernd Stahl von der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE), der als Verhandlungsführer den neuen Tarifvertrag erarbeitet hat, räumt ein, dass es bei der Belegschaft „Informationsdefizite“ gibt. „Vielleicht haben wir nicht genug über das neue Tarifsystem informiert“, sagt Stahl. Er unterstreicht, dass das neue Entgeltsystem bisher bestehende Ungleichbehandlungen der Berufsgruppen ausgleichen soll. „Dieser neue Vertrag kostet K+S richtig Geld“, kontert Stahl den Vorwurf, es werde auf Kosten der Kumpel gespart.

„70 Prozent der Mitarbeiter haben dank des neuen Tarifsystems mehr Geld in der Tasche, die restlichen 30 Prozent verdienen das Gleiche“, erklärt er. Allerdings würden in dem komplexen Vertragswerk Neubewertungen von Tätigkeiten und bisherigen Zulagen vorgenommen, die schwer zu vermitteln seien. Er selbst und seine Gewerkschaftskollegen führten deshalb vor Ort viele Beratungsgespräche.

Den Unmut der Kumpel bekommt Stahl dabei auch zu spüren. Das Gerücht von massenweisen Austritten aus der Gewerkschaft weist er aber vehement zurück. Tatsächlich hätten „deutlich weniger als ein Prozent“ der 3900 IG BCE-Mitglieder am Werk Werra wegen des neuen Tarifs ihren Austritt erklärt und viele diesen Schritt nach Gesprächen wieder rückgängig gemacht.

Auch K+S selbst lobt das neue Entgeltsystem und verweist auf die vereinbarte Besitzstandswahrung. Niemand werde weniger Geld in der Tasche haben, heißt es von K+S.

Von Jan-C. Eisenberg und Kai A. Struthoff

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