Rathauschefs der Kali-Gemeinden sorgen sich um Existenzen

Sorge um Bergleute: Kurzarbeit bei K+S erzürnt Bürgermeister

In einzelnen Kaliwerken bleiben für manche Mitarbeiter die Tore wegen Kurzarbeit geschlossen. Bürgermeister Roland Ernst (Unterbreizbach), Bürgermeister Ralf Orth (Philippsthal) und Bürgermeister Andre Stenda (Hohenroda) setzen sich für eine schnellstmögliche Lösung im Interesse der Mitarbeiter ein. Foto: nh

Philippsthal/Hohenroda. Um die Existenzen vieler Beschäftigter bei der K+S Kali GmbH sorgen sich die Bürgermeister Andre Stenda aus Hohenroda, Ralf Orth aus Philippsthal und Roland Ernst aus Unterbreizbach nach dem jüngsten Beschäftigungsstopp in einzelnen Kaliwerken.

Die Kurzarbeitregelungen seien unmittelbare Folge der Übergangsregelung zur Einleitungn von Salzabwässern in die Werra. Das Regierungspräsidium Kassel hatte K+S bis zum 31. Dezember 2016 die Erlaubnis zur Fortsetzung der Versenkung am Standort Hattorf des Werkes Werra auf Basis eines jährlichen Gesamtvolumens von 725 000 Kubikmetern erteilt. Dabei dürfen bestimmte Monats- und Tagesmengen nicht überschritten werden.

Lexikonwissen:

K+S im Regiowiki

Ursprünglich hatte das Unternehmen eine bis Dezember 2021 mit maximalen jährlichen Versenkmengen von 3,9 Millionen Kubikmeter pro Jahr beantragt. Diese Mengen seien zur Aufrechterhaltung des Betriebes unumgänglich, hatte das Unternehmen argumentiert. Die Auswirkungen für die Übergangsregelung mit den minimierten Werten, bekämen die Mitarbeiter der Standorte Hattorf, Unterbreizbach und Merkers jetzt zu spüren.

Durch die geringen Niederschläge in den vergangenen Wochen und die damit verbundene Limitierung der Salzabwässer in die Werra, steht die Produktion in einigen Werken still. „Das, worauf wir schon im November letzten Jahres hingewiesen haben, ist jetzt leider Wirklichkeit geworden, “ stellen die drei Bürgermeister erzürnt fest. „Hiervon hängen Existenzen ab.“, zeigen sie sich sichtlich besorgt. Die jetzige Situation führe zu einer starken Verunsicherung der Bürger in der gesamten Kaliregion. „Es muss tunlichst eine Lösung her, um den Betrieb im Interesse der dortigen Arbeitskräfte aufrechtzuerhalten,“ fordern Ernst, Orth und Stenda.

„Selbstverständlich kommt dem Schutz der Umwelt in der hiesigen Region ein großer Stellenwert zu,“ sind sich die drei Rathauschefs einig. K+S habe in der Vergangenheit immense Summen investiert, um die Salzabwassermengen deutlich zu reduzieren. Damit konnten seit 2011 bis heute die jährliche Abwassermenge auf nunmehr sieben Millionen Kubikmeter halbiert werden. Weitere Investitionen seien in der Umsetzung beziehungsweise Planung, um die Umwelt darüber hinaus zu entlasten. „Diesen Maßnahmen gebührt hohe Anerkennung. Sie haben einen hohen Nutzen für unsere schöne Region im Werratal. Dieser Weg soll auch in Zukunft fortgeführt werden. Um diese Investitionen in den Umweltschutz jedoch tätigen zu können, ist die Gewinnerzielung durch einen stetig laufenden Betrieb zwingende Voraussetzung,“ so die Bürgermeister in ihrer Stellungnahme. (red/ks)

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