Montagsinterview

Betriebsratsvorsitzender Harald Döll zur Krise bei K+S: Ungewissheit ist sehr belastend

Blickt nach vorne: Harald Döll vor der Baustelle der KKF-Aufbereitungsanlage am Standort Hattorf bei Philippsthal, die das Abwasseraufkommen weiter reduzieren soll. Die 165-Millionen-Euro-Investition ist für den K+S-Betriebsratsvorsitzenden ein Zeichen dafür, dass der Bergbau in der Region eine Zukunft hat. Foto: Eisenberg

Hersfeld-Rotenburg. 2016 war kein leichtes Jahr für das Kalirevier. Wegen mangelnder Entsorgungsmöglichkeiten für salzhaltige Abwässer standen zwei der drei K+S-Standorte über weite Strecken still.

Die Entscheidung über die Verlängerung der Laugenversenkung steht noch aus. Über die Situation der Beschäftigten sprachen wir mit dem K+S-Betriebsratsvorsitzenden Harald Döll.

Weihnachten steht vor der Tür. Ihr größter Wunsch dürfte in diesem Jahr die Verlängerung der Versenkerlaubnis sein? 

Harald Döll: Es ist auf jeden Fall der größte Wunsch, dass wir endlich eine adäquate Versenkerlaubnis bekommen. Wir brauchen wieder eine Perspektive, hier langfristig produzieren zu können und somit auch unsere Arbeitsplätze alle zu retten.

Wie ist die Stimmung in der Belegschaft?

Döll: Schwierig. Wir wollten ursprünglich am 23. November den Standort Hattorf wieder anfahren. Der Brand in der Fabrik hat uns zurückgeworfen. Die Leute waren richtig froh, endlich wieder arbeiten zu dürfen. Zur Versenkung hören die Mitarbeiter weiterhin: Ihr müsst noch Geduld haben, es ist nach wie vor alles beim Alten. Das belastet sehr.

Nach der Menschenkette ist es verdächtig ruhig geworden. Müssten die Bergleute nicht vehementer auf ihre Situation aufmerksam machen?

Döll: Das ist zwar der Eindruck von außen, aber nicht alles findet in der Öffentlichkeit statt. Durch die Menschenkette hat sich von Seiten der Politik viel bewegt. Wir haben dadurch viele Gespräche mit Spitzenpolitikern geführt. Bodo Ramelow hat beim Kali-Kolloquium noch einmal betont, dass er in K+S weiter einen guten Partner sieht. Auch die hessischen Politiker unterstützen uns sehr gut. Ich bin zu einem Gespräch nach Brüssel eingeladen worden. Ein großes Dankeschön gilt aber auch den Bürgermeistern und Landräten vor Ort für ihre Unterstützung.

Bei der Verfahrensdauer schiebt das Regierungspräsidium K+S den Schwarzen Peter zu. Hat die Konzernspitze die Problematik zu lange auf die leichte Schulter genommen?

Döll: Nein, auf keinen Fall. Wenn wir einen Antrag einreichen, gibt es hinterher Fragen, die man beantworten muss. Den Schwarzen Peter kann man zum Schluss niemandem zuschieben. Wir brauchen eine ordentliche, vor allem auch rechtssichere Genehmigung, die auch jeder Klage standhält. Das nimmt Zeit in Anspruch.

Das vollständige Interview lesen Sie in der gedruckten Montagausgabe und im E-Paper.

 

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