Montagsinterview zur aktuellen Situation im K+S-Werk Werra

K+S-Werksleiter Roland Keidel: Betrieb ist sicher bis Ende Juni

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Abtransport per Bahn: Werksleiter Roland Keidel an der neuen Lösungs-Verladestelle am Standort Hattorf bei Philippsthal. Täglich werden drei Kesselwagenzüge mit salzhaltigen Abwässern betankt und zum stillgelegten Bergwerk Bergmannssegen-Hugo transportiert.

Philippsthal. Der Kalibergbau in der Region steckt in der Krise. Wegen fehlender Entsorgungsmöglichkeiten für salzhaltige Abwässer ruhte im vergangenen Jahr in zwei von drei Standorten des Werks Werra über weite Strecken die Produktion. 


Über die aktuelle Situation sprachen wir mit Werksleiter Roland Keidel.

Derzeit läuft an allen drei Standorten des Werks Werra die Produktion. Ist absehbar, wie lange noch?

Roland Keidel: Eine abgesicherte Prognose haben wir bis Ende Juni – also für rund sechs Wochen. Wir sind hoffnungsvoll, dass wir auch darüber hinaus produzieren können. Da wir vermehrt Abwässer zur Flutung des Werks Bergmannssegen-Hugo und einer Gaskaverne in Sachsen-Anhalt transportieren, werden die Entsorgungslücken in diesem Jahr vermutlich geringer ausfallen als noch Anfang des Jahres befürchtet.

Kurz vor Weihnachten wurde die lange ersehnte Versenkerlaubnis erteilt. Warum musste danach erneut die Produktion gestoppt werden?

Keidel:Um voll zu produzieren, müssen wir ausreichend Abwässer entsorgen können. Dabei sind wir nach wie vor von dem Werradurchfluss als Hauptentsorgungsweg abhängig. Da die Tagesversenkmenge limitiert ist, können wir bei anhaltendem Niedrigwasser unsere Abwässer nicht vollumfänglich entsorgen. Diese Konstellation hat Anfang Januar schon zum Stillstand in Hattorf geführt.

Warum treffen die Produktionsstopps meist den Standort Hattorf?

Keidel: Bis die KKF-Anlage in Betrieb ist, hat der Standort Hattorf das spezifisch höchste Abwasservolumen. Es ist etwa doppelt so hoch wie am Standort Wintershall. Außerdem sind wir verpflichtet, unseren Industriekunden Liefersicherheit zu garantieren. In Wintershall werden Pharmasalze hergestellt, von denen Leben und Gesundheit abhängen. Dieser Bereich hat deshalb eine höhere Priorität gegenüber den anderen Produkten.

Im kommenden Jahr geht die KKF-Aufbereitungsanlage in Betrieb. Ist die Produktion dann gesichert oder drohen weiterhin Ausfälle?

Keidel:Wenn die KKF-Anlage in Betrieb geht, werden wir die Abwassermenge um weitere 20 Prozent reduzieren können. Ob trotzdem Entsorgungslücken entstehen, hängt weiterhin sehr stark vom Pegel der Werra und von den Niederschlägen sowie den uns zur Verfügung stehenden Möglichkeiten des Abtransports ab. In längeren trockenen Phasen kann es durchaus weitere Entsorgungsengpässe geben.

Dem Vernehmen nach stehen die Chancen, dass bei künftigen Produktionsstopps weitere Kurzarbeit genehmigt wird, schlecht. Wie geht es für die Mitarbeiter weiter?

Keidel: Da die Versenkerlaubnis vorliegt, ist die Chance, dass Kurzarbeit genehmigt wird, gering. Für den Fall, dass keine Kurzarbeit in Anspruch genommen werden kann, besteht unsere Aufgabe darin, Personal innerhalb der Standorte des Werkes Werra und auch auf anderen Werken so flexibel einzusetzen, dass betriebsbedingte Kündigungen vermieden werden können. 

Das vollständige Interview lesen Sie am Montag in der gedruckten Ausgabe oder im E-Paper. 

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