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Kaligrube Hattorf-Wintershall soll weiteren Zugang erhalten

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Von: Jan-Christoph Eisenberg

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Untergrund erkundet: Bei einer Bohrung in den Jahren 2017 und 2018 hat K+S bereits die grundsätzliche Eignung des Bereichs um Dittlofrod als Schachtstandort nachgewiesen.
Untergrund erkundet: Bei einer Bohrung in den Jahren 2017 und 2018 hat K+S bereits die grundsätzliche Eignung des Bereichs um Dittlofrod als Schachtstandort nachgewiesen. © Mario Reymond

Seit über einem Jahrhundert dehnt sich der Kalibergbau immer weiter aus. Deshalb wird das Streckennetz unter Tage immer größer. Jetzt wird der Bau eines neuen Schachts geprüft.

Eiterfeld/Philippsthal – Das Bergbauunternehmen K+S prüft, in der Marktgemeinde Eiterfeld (Kreis Fulda) in der Nähe des Ortsteils Dittlofrod eine neue Schachtanlage zu errichten, um einen weiteren Zugang zur Grube Hattorf-Wintershall des Verbundwerks Werra zu schaffen.

Entsprechende Pläne, über die unsere Zeitung bereits berichtet hatte, bestätigt nun Unternehmenssprecher Marcus Janz. Eine abschließende Entscheidung über das Vorhaben sei allerdings noch nicht getroffen, betont er.

Arbeit für weitere 40 Jahre sichern

Die Zukunft des Kalibergbaus im Werrarevier liegt laut K+S im sogenannten Feld Marbach der Grube Hattorf-Wintershall, das sich südlich des Eitratals Richtung Fulda zieht. Rund 500 Meter unter der Erde lagern dort 587 Millionen Tonnen Rohsalzvorkommen, die weitere 40 Jahre lang die Produktion hochwertiger mineralischer Produkte ermöglichen und den Mitarbeitern die Arbeit sichern sollen.

Fläche so groß wie München

Das unterirdische Streckennetz des Werks hat nach über einem Jahrhundert Kalibergbau eine Ausdehnung erreicht, die der Fläche der Stadt München mit Vororten entspricht. Mit wachsenden Dimensionen der Grube würden auch die untertägigen Entfernungen von den bestehenden Schächten zu den Einsatzorten größer, verdeutlicht Janz. Die neue Schachtanlage würde laut K+S für den Personen- und Materialtransport, die Energieversorgung sowie die Einleitung von Frischluft genutzt, nicht aber für die Salzförderung. Das gewonnene Rohsalz werde weiterhin unter Tage über Bandanlagen zu den Förderschächten der bestehenden Fabriken transportiert.

Bei einer Erkundungsbohrung in den Jahren 2017 und 2018 sei bereits die grundsätzliche Eignung des Bereichs um Dittlofrod als Schachtstandort nachgewiesen worden.

Seismische Messungen über Tage

Für das kommende Jahr seien nun übertägige seismische Messungen in der Region vorgesehen, die Aufschluss über die geologischen Strukturen und Gesteinsschichten der Kalilagerstätte geben sollen. „Über dieses Messprogramm werden wir im Vorfeld noch nähere Informationen geben. Sollten sich die Planungen für eine zusätzliche Schachtanlage konkretisieren, wird K+S selbstverständlich auf die Bevölkerung zugehen, um sie eingehender über das Vorhaben zu informieren“, kündigt Marcus Janz an.

Als möglichen Zeitpunkt für die Inbetriebnahme hatte K+S gegenüber den Eiterfelder Gemeindegremien nach Informationen unserer Zeitung das Jahr 2032 genannt.

(Jan-Christoph Eisenberg)

Schachtbau gilt als kostspielig und ist selten

Zu den Kosten einer möglichen Schachtanlage bei Dittlofrod macht K+S bislang keine Angaben. Das Abteufen eines Schachts, wie der Bau eines senkrechten Zugangs von Fachleuten genannt wird, zählt jedoch zu den kostspieligsten Investitionen im Bergbau und ist entsprechend selten. Die meisten Schächte im Werra-Kalirevier entstanden bereits zwischen 1905 und 1911. Der jüngste Schacht „Unterbreizbach II“ bei Sünna (Wartburgkreis) wurde laut K+S 1955 abgeteuft. (jce)

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