Alles nur Hörensagen?

CBD bei Arthritis – Hilft es wirklich?

Homöopathie Balsam CBD-Öl
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Es gibt CBD-Öl und CBD-Kapseln, die für die innere Anwendung gedacht sind.

Immer wieder wird CBD als Mittel gegen die Symptome vor Arthritis angepriesen.

Das klingt verlockend, denn deutschlandweit leiden mehr als eine Million Menschen an entzündlichen Erkrankungen der Gelenke. Mit Medikamenten ist den Schmerzen nur teilweise beizukommen, besonders bei langfristiger Einnahme kommt es oft zu starken Nebenwirkungen. Ein natürliches Mittel, das sanfter wirkt, käme da gelegen. Leider bleiben bei solchen Mitteln die Erfolge oft weit hinter den Versprechen zurück. Wie verhält es sich bei CBD? Gibt es belastbare Evidenz für eine Wirksamkeit bei Arthritis? Oder beruht alles nur auf Hörensagen?

CBD-Produkte auf dem Markt

Es gibt unterschiedliche CBD-Produkte auf dem Markt, die für die Anwendung bei Arthritis in Frage kommen. Zum einen gibt es CBD-Öl und CBD-Kapseln, die für die innere Anwendung gedacht sind. Zum anderen gibt es spezielle Cremes, die sich an den betroffenen Körperpartien auf die Haut auftragen lassen. Eine Übersicht der unterschiedlichen Produkte gibt es auf der Seite cibdol.de, wo zudem auch unterschiedliche Formulierungen aufgelistet sind. Unterschiede gibt es nicht nur in der Darreichungsform, sondern auch in der Stärke der Produkte. Das ist besonders wichtig, da in Studien zu CBD bei Arthritis relativ hohe Dosen zum Einsatz kamen. Sollte sich CBD tatsächlich als wirksam erweisen, sind daher möglicherweise Produkte mit einer höheren Konzentration notwendig.

Studienlage zu CBD und Arthritis

Bislang gibt es keine großangelegten Studien zur Wirksamkeit von CBD bei Arthritis. Allerdings gibt es eine Reihe kleinerer Untersuchungen, die auf ein therapeutisches Potential hinweisen. Forscher der Universität Düsseldorf veröffentlichten kürzlich eine Studie, nach der CBD gezielt entzündungsfordernde Zellen in der Gelenkflüssigkeit von Rheumapatienten angreift. Veterinärmediziner führten in den USA eine kontrollierte Studie an Hunden durch, bei der die Gabe von 50 mg CBD am Tag zur Schmerzreduktion und zu einer Verbesserung der Beweglichkeit führten. Die einzige klinische Studie zu CBD bei Arthrose-Patienten wurde 2018 in der Fachzeitschrift Osteoarthritis and Cartilage veröffentlicht. Die Autoren stellten fest, dass CBD nicht bei allen Teilnehmern zu einer Verbesserung führte. Allerdings gab es eine Untergruppe der Probanden, bei denen eine Dosis von 250 mg am Tag zu einer deutlichen Verbesserung der Symptome führte.

Weitere Evidenz nötig

Auf Grundlage der bisherigen Evidenz lässt sich nicht eindeutig sagen, ob CBD bei Arthritis hilfreich ist. Es gibt zwar eine Reihe von Studien, die auf einen moderaten positiven Effekt hindeuten. Allerdings bleiben zahlreiche Fragen offen. Ein Großteil der Erkenntnisse basiert auf Tier- und Laborversuchen. Es ist möglich, dass bei klinischen Studien abweichende Ergebnisse festgestellt werden. Außerdem ist unklar, ob CBD Vorteile gegenüber bekannten

Mitteln bei Arthritis bietet. Auch wenn das Nebenwirkungsprofil von CBD möglicherweise besser ausfällt als das mancher Arthritis-Medikamente, ist die Wirksamkeit möglicherweise geringer. Zudem wurden in den Studien sehr hohe Dosen verwendet. Die meisten CBD-Produkte auf dem Markt sind deutlich geringer dosiert, sodass fraglich ist, ob sich die Erkenntnisse aus den Studien darauf übertragen lassen. Schließlich ist denkbar, dass CBD bei manchen Formen der Arthritis hilfreich ist, bei anderen hingegen keinen Nutzen hat. Noch ist es auf jeden Fall zu früh, um CBD gegen Arthritis zu empfehlen. Allerdings scheinen zusätzliche Untersuchungen sinnvoll, um das Potential des Stoffs endgültig abzuklären.

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