33-jähriger Haunetaler soll Helmut Heiderich beerben

Ziele und zentrale Fragen: Montagsinterview mit CDU-Bundestagskandidat Timo Lübeck

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Timo Lübeck

Hersfeld-Rotenburg. Der 33-jährige Timo Lübeck aus Haunetal soll für die CDU im Wahlkreis 169 in den Bundestag einziehen. Über seine politischen Ziele sprach er mit Kai A. Struthoff.

Herr Lübeck, vor einer Woche sind Sie mit 89 Prozent der Delegiertenstimmen zum Bundestagskandidaten nominiert worden. Hätten es nicht ein paar mehr Prozent sein sollen so als einziger Bewerber? 

Timo Lübeck: Ich bin mit dem Ergebnis zufrieden. Man kann, gerade als junger Kandidat, nicht erwarten, dass alle sofort jubelnd auf den Stühlen stehen. Ich habe mich über die vielen positiven Rückmeldungen gefreut und fühle mich sowohl von meinem Kreisverband als auch von Lena Arnoldt und ihrer Mannschaft sehr gut unterstützt.

Sie haben angekündigt, dass Sie dem erfahrenen und beliebten Staatsminister Michael Roth das Direktmandat abnehmen wollen. Wie soll das gehen? 

Lübeck: Mit einem engagierten Wahlkampf. Allerdings nicht gegen Herrn Roth, sondern ich kämpfe für meine Partei und für unsere Überzeugungen. Die vergangenen Jahre haben gezeigt, dass unsere Region deutlich mehr profitiert, wenn es auch einen CDU-Abgeordneten gibt. Wer mich wählt, bekommt einen Politiker, dessen Hauptaufgabe es sein wird, in Berlin für die Anliegen unserer beiden Landkreise zu arbeiten. Die SPD hat seit 2002 fast 30 000 Erststimmen in diesem Wahlkreis verloren. Bei der letzten Wahl betrug der Abstand nur noch 2,5 Prozentpunkte. Es gibt eine gute Chance.

Stichwort Werraversalzung – in Hersfeld-Rotenburg bangt man um den Erhalt der Arbeitsplätze bei K+S, in Werra-Meißner hat man Angst vor dem Salz. Ist das ein Interessenkonflikt? 

Lübeck: Unsere gesamte Region profitiert davon, wenn die Arbeitsplätze im Kalirevier dauerhaft erhalten werden. Der Vier-Phasen-Plan versucht ja gerade einen fairen Ausgleich zwischen Wirtschaft und Umwelt. Es bleibt noch ein dickes Brett zu bohren, wozu ich als Bundestagsabgeordneter meinen Beitrag leisten will. Klar ist, dass wir den Wohlstand in dieser Region nicht nur mit Kanu-Tourismus auf der Werra sichern können. Wir brauchen viele gutbezahlte Arbeitsplätze.

Nicht nur die bei K+S, sondern auch neue – speziell im Werra-Meißner-Kreis. Wo sollen die herkommen? 

Lübeck: Dank der erfolgreichen Rahmenbedingungen in Bund und Land ist auch im Werra-Meißner-Kreis, seit die CDU regiert, die Arbeitslosigkeit mehr als halbiert worden. Ein wichtiges Zukunftsprojekt bleibt die komplette Fertigstellung der A44. Es war ein Verdienst von Helmut Heiderich, dass wir so viele Mittel für den Bau in die Region holen konnten. Das muss auch in Zukunft weitergehen, denn wir brauchen diese Autobahn für die Wirtschaftskraft im Werra-Meißner-Kreis.

Helmut Heiderich hat sich in zentralen Fragen auch gegen die Parteilinie der CDU gestellt, speziell auch beim Thema Windkraft. Werden Sie in dieser Frage ähnlich rebellisch sein? 

Lübeck: Wir haben uns als CDU Hersfeld-Rotenburg öfter kritisch zur Umsetzung der Energiewende geäußert. Wenn jetzt selbst von der Fraktionsspitze über einen Ausstieg aus dieser EEG-Milliardensubventionierung gesprochen wird, um den Strompreis für Privathaushalte und heimische Betriebe bezahlbar zu halten, kann ich das nur unterstützen.

Herr Heiderich hatte 22 Jahre Erfahrung in der Berliner Politik. Was entgegnen Sie jenen, die Sie für zu jung und zu unerfahren für den Job halten? 

Lübeck: Ich traue mir diese Aufgabe zu, weil ich durch meine langjährige Arbeit für Helmut Heiderich die besonderen Belange und Herausforderungen des Wahlkreises gut kenne. Ich arbeite seit langem auf bundes-, landes- und kommunalpolitischer Ebene und bringe deshalb das Handwerkszeug mit, um mir im politischen Berlin Gehör zu verschaffen und mich für unsere Heimat einzusetzen.

Sie arbeiten in Frankfurt als Referent für zwei Wirtschaftsverbände. Haben Sie überhaupt Zeit für Wahlkampf? 

Lübeck: Das wird sicher sportlich, aber ich pendele oft und viele Termine sind ja auch am Wochenende. Für die heiße Phase des Wahlkampfs nehme ich dann meinen kompletten Jahresurlaub. Meine Aufgaben in Frankfurt sind mir sehr wichtig. Nicht nur um neue Erfahrungen zu sammeln, sondern auch um von der Politik und auch von der Parteipolitik unabhängig zu sein.

Immer mehr, gerade junge Menschen, wenden sich von der Politik ab. Sie engagieren sich mit Haut und Haar. Warum? 

Lübeck: Unser Gemeinwesen kann nur funktionieren, wenn viele mit anpacken. Dem Großteil der Bürger in Deutschland ging es – bei allem was man auch kritisch sehen kann – noch nie so gut wie heute. Und gleichzeitig war dieser Wohlstand noch nie so sehr in Gefahr. Deshalb müssen gerade Konservative sich engagieren und dürfen unser Land nicht Rot/Rot/Grün oder der AfD überlassen.

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