Karneval in Richelsdorf: Als „Walkerin“ nimmt Anneliese Kohlhaas Männer auf die Schippe

Eine der Stützen des Richelsdorfer Karnevals: Annemarie Kohlhaase will wieder mit ihrer Freundin Sabine Rimbach „walken“ gehen und zum Gelingen der großen Prunksitzung am Freitag beitragen. Foto: Apel

Richelsdorf. Wenn es heute und morgen Abend in der Weißberghalle ab 20.11 Uhr hoch hergeht, geht einiges an närrischem Augen- und Ohrenschmaus auf das Konto von Annemarie Kohlhaas.

Die 58-Jährige ist seit 35 Jahren beim Richelsdorfer Karneval aktiv.

Die Anfänge

„Es fing damit an, dass Christel Nehlmeyer, die Leiterin der Damengymnastikgruppe des Turn- und Sportvereins (TSV), 1981 nach der ersten Sitzung, bei der Büttenreden gehalten und viel gesungen wurde, gesagt hat: „Beim nächsten Mal machen wir auch mit!“ Das war für das Damenballett - und damit auch für mich - der Startschuss“, erzählt die tief in ihrem Heimatdorf verwurzelte dreifache Mutter.

„Wir haben einfach ein paar Schritte eingeübt, ganz laienhaft, aber wohl auch nicht ganz schlecht, und schon ein Jahr später haben wir einen tollen Cancan auf die Bühne gezaubert“, erzählt Kohlhaas. Es kam auf jeden Fall so gut an, dass sich auch die Männer besannen und aus der ersten Fußballmannschaft heraus ein Männerballett auf die Beine stellten. Trainer war sinnigerweise Annemaries Ehemann Helmut, der dieses Amt bis 1997 innehatte.

Der tanz

Annemarie tanzte bis 1998 („Irgendwann wusste ich, wie’s geht!“), und das, obwohl sie seit 1993 auch die von ihr aus der Kinderturngruppe des TSV heraus aufgebaute Kindergarde trainierte. Mit ihr führte sie Szenen aus dem Dschungelbuch auf. Mit ihr erlebte sie, wie die Gardetanzgruppe entstand und aus deren hartem Kern wiederum die Gruppe „The Best of the 80ies“.

Deren Trainerin ist sie bis heute, und es ist ihre feste Überzeugung, wenn sie über ihre „tolle Truppe“ sagt: „Wir tanzen, weil es uns Spaß macht, und ich bleibe durch den Kontakt mit meinen Tanzmäusen jung.“

Schmunzelnd denkt sie dabei daran, dass die Gardetanzgruppe 2001 ganz außer der Reihe mal einen Schautanz aufgeführt hat: „Wir hatten uns für einen afrikanischen Fruchtbarkeitstanz entschieden - und das hatte dann zur Folge, dass eine Karnevalssaison später drei unserer Tänzerinnen schwanger waren!“

Die Bütt

Als ihr Bruder Stefan „Kappo“ Gerlach nach 25 Jahren Bühnenpräsenz keine Wildecker Nachrichten mehr verkünden wollte, entdeckte Annemarie Kohlhaas auch noch „die Bütt“ für sich: 2008 als „Tanzmarie“, und seit 2009, als es mit dem Spagat nicht mehr so recht klappen wollte, mit Freundin Sabine Rimbach als „Walkerin“. Mit ihr zieht sie her über das, was Frauen bewegt, vor allem über Figurprobleme und Männer. „Das ganze Jahr über mache ich mir in einem großen Heft Notizen“, berichtet sie, „und letzten Endes übertragen Sabine und ich dann alles auf unsere Männer“.

Die bekommen die Gags sogar verraten, aber wie Ehemann Helmut glaubhaft versichert, gibt es keinerlei Zensur. Schließlich soll der Auftritt der „Walkerinnen“ ja dazu beitragen, dass es ein schöner Karnevalsabend wird.

Die Arbeit

„Viele unserer Gäste sehen gar nicht, wie viel Arbeit sich die über 90 in der Gemeinschaft Richelsdorfer Vereine (GRV) zusammengeschlossenen Mitwirkenden machen und dass wir uns alle unheimlich freuen, wenn die Gags bei den Zuschauern ankommen“, unterstreicht die 58-jährige Kohlhaas. Aufgeregt ist sie übrigens vor ihrem Auftritt auch noch nach 35 Jahren. Aber sie weiß auch, dass es wieder klappen wird.

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