Tier musste eingeschläfert werden

Kerspenhausen: Katze Maja geriet in Fangeisen und erlag ihren Verletzungen

Kerspenhausen. Die Katze Maja der Familie Dipp aus Kerspenhausen ist kürzlich durch eine Schnappfalle getötet worden. Das Tier hatte so schwerwiegende Verletzungen erlitten, dass es eingeschläfert werden musste.

Als Familie Dipp von einer Feier nach Hause kam, war Maja noch ausgeflogen. „Das fanden wir schon ungewöhnlich. Maja ist eine Schönwetterkatze, sie kommt abends immer heim“, erklärt Elke Dipp. Am Anrufbeantworter hatte die Tierärztin Dr. Susanne Schuster aus Kirchheim eine Nachricht mit der Bitte um Rückruf hinterlassen. „Wir kennen uns noch aus der Schule, deshalb habe ich mir nichts dabei gedacht“, sagt Elke Dipp. Als Maja am nächsten Morgen immer noch nicht zurück war, erinnerte sie sich an den spätabendlichen Anruf und erfuhr so die traurige Neuigkeit.

Identifiziert wurde Maja anhand ihrer Tättowierung. Ein Einwohner aus Kerspenhausen hatte Maja schwer verletzt gefunden und zu seiner Nachbarin gebracht. Die wiederum fuhr mit ihr zur Tierärztin.

Wurde Opfer eines Fallenstellers: Katze Maja aus Kerspenhausen geriet in eine Schnappfalle, die vermutlich für Waschbären oder Marder gedacht war. Sie konnte sich daraus befreien, erlag aber bald darauf ihren Verletzungen. Foto: nh

„Die Verletzungen deuten darauf hin, dass sich das Tier aus etwas herausgezogen hat“, berichtet Tierärztin Schuster. Sie hat ein Fallenstellseminar besucht, um entsprechende Verletzungen identifizieren zu können. Merkwürdig erschien, dass vor allem die Hinterläufe und ein Teil des Bauches verletzt wurden. Die Katze konnte also nicht mit dem Kopf in die Falle geraten sein. Die Ärztin geht aufgrund der Verletzungen davon aus, dass es sich um eine verbotene Art von Fang- oder Totschlageisen gehandelt haben muss. Maja konnte sich befreien und noch einige Meter weiterschleppen.

„Wir haben es zur Anzeige gebracht, obwohl die Falle vielleicht für ein anderes Tier gedacht war“, erklärt Elke Dipp. Denn am Beispiel Maja werde klar, wie gefährlich die Fallen für frei lebende Tiere sind. Auch Kinder spielen oft in den Waldstücken und Wiesen, die teilweise mitten im Dorf liegen. Der ermittelnde Polizeibeamte Thomas Rüger geht ebenfalls nicht davon aus, dass der Anschlag gegen Familie Dipp gerichtet war.

Kreisjagdberater Manfred Gieb erklärt, dass Jäger in der Regel keine Totschlagfallen mehr benutzen. „Grundsätzlich dürfen Fallen nur mit entsprechender Ausbildung und durch einen Fangbunker gesichert aufgestellt werden, sodass nur das Tier hineinkann, das gefangen werden soll“, erklärt Gieb. Oft kämen private Anfragen wegen Waschbären- oder Marderplagen. „Die Leute wissen sich keinen Rat“, erklärt Gieb.

Trotzdem dürfen auch Privatleute nur auf ihrem eigenen Grundstück Fallen aufstellen. Die Fallen müssen TÜV geprüft sein. Bestimmte Fallen sind in Deutschland gänzlich verboten. Weder die Polizei, noch die Tierärztin konnten bestimmen, durch welche spezielle Art von Falle Maja ums Leben gekommen ist. Da keine Blutspur mehr zu entdecken war, konnte der Tatort nicht gefunden werden. Die Polizei ermittelt nun wegen Tierquälerei und Sachbeschädigung.

Von Sarah Rössing

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