Keine Mehrheit für Erlebnislandschaft am Neubaugebiet

Dieter Schönborn

Baumbach. Eine Erlebnislandschaft für das Heinebacher Baugebiet Kuttendelle sorgte am Dienstagabend für politischen Streit in der Sitzung des Alheimer Parlamentes im Baumbacher Bürgerhaus.

Sie hätte so schön und friedlich werden können, die letzte Sitzung des Alheimer Gemeindeparlamentes vor der Sommerpause. Grill und Würstchen standen bereit, um den Start in die Parlamentsferien im Anschluss gemeinsam zu feiern. Doch zuvor ging es nochmal heftig um die Wurst - in Gestalt eines Spielplatz-Projektes für die geplante Erlebnislandschaft am Heinebacher Neubaugebiet Kuttendelle.

Georg Lüdtke

Den Plänen von Bürgermeister Georg Lüdtke (SPD), das etwa 87 000 Euro teure Vorhaben über eine Anmeldung als Leader-Projekt beim Landkreis zu 65 Prozent fördern zu lassen - und damit den Bau einer Erlebnislandschaft für die jungen Familien im Baugebiet Kuttendelle und in ganz Alheim für die Gemeinde kostengünstig voranzutreiben - machte die CDU-Fraktion erstmal einen Strich durch die Rechnung. Mit elf Stimmen der SPD-Gemeindevertreter für die Planungsumsetzung und die Anmeldung als Leader-Projekt gegenüber elf Stimmen von CDU und dem fraktionslosen Andreas Stippich dagegen, herrschte Stimmengleichheit - die Beschlussvorlage des Bürgermeisters war somit abgelehnt.

Ein Mitarbeiter der Spielplatz-Fachfirma Eibe aus Röttingen bei Würzburg hatte die bisher angestellten ersten Planungen den Gemeindevertretern zuvor ausführlich vorgestellt. Doch das überzeugte die CDU-Gemeindevertreter rund um den Fraktionsvorsitzenden Dieter Schönborn nicht. „Mit der neuen Anlage würde es in Heinebach in einer Linie auf 500 Metern drei Spielplätze geben - ob das Sinn macht, wage ich zu bezweifeln“, sagte Schönborn. Diesem Argument entgegnete Lüdtke, der Spielbereich an dieser Stelle stehe bereits seit dem Jahr 2005 im Bebauungsplan - für viele Familien sei er ein Grund gewesen, dort hinzuziehen: „Viele haben die Bauplätze im Wissen um die Spiellandschaft gekauft und fragen nun: Wann wird’s denn endlich gemacht?“

Zu weit geplant 

Friedhelm Diegel beschwerte sich über die Vorgehensweise: „Das hätte erstmal in den Ausschüssen besprochen werden müssen und nicht schon so weit geplant werden dürfen“, kritisierte das CDU Fraktionsmitglied. Nach einer Sitzungsunterbrechung war sich die CDU-Fraktion einig: Um Planungsalternativen und die nicht in Gänze transparente Kostenfrage zu klären, solle das Thema erstmal in Ausschüssen und Ortsbeirat besprochen werden, bevor es dem Parlament erneut vorgelegt werde. Doch auch für diesen CDU-Antrag fand sich mit derselben Patt-Situation von elf zu elf Stimmen keine Mehrheit.

So hatte die Wurst vom Grill im Anschluss für einige Gemeindevetreter und Mitglieder des Gemeindevorstands einen bitteren Beigeschmack. Das laut Lüdtke von den jungen Alheimer Familien dringend gewünschte Naherholungsgebiet steckt nun erstmal in der Warteschleife. Ob und wann es umgesetzt werden wird, ist nach der letzten Sitzung vor der Sommerpause nun völlig unklar.

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