Vorwurf: Sexueller Übergriff, Nötigung, Kinderpornos gespeichert

Kinderpornografie: Schülerinnen belasten Lehrer schwer

Rotenburg. Ehemalige Schülerinnen und Polizeibeamte haben den Rotenburger Lehrer, der sich seit Montagvormittag vor dem Rotenburger Amtsgericht verantworten muss, schwer belastet.

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Die Anklage wirft dem 61-Jährigen vor, im Besitz von kinderpornografischen Bildern gewesen zu sein. Ein zweiter Anklagepunkt ist Nötigung einer Schülerin. Im Zuge der Ermittlungen der Staatsanwaltschaft kam auch ein Fall aus dem Jahr 1987 ans Licht, bei dem eine Schülerin dem Lehrer einen sexuellen Übergriff vorwirft. In diesem Fall mussten die Ermittlungen aber wegen Verjährung eingestellt werden. Der Lehrer wies gestern alle Vorwürfe vehement zurück.

Ein Urteil gab es noch nicht. Nach über neun Stunden wurde die Hauptverhandlung am Montagabend unterbrochen. 15 Zeugen waren zur Aussage aufgerufen worden. Auch Anträge des Verteidigers sorgten immer wieder für eine zeitliche Verzögerung. Laut Anklage soll der Lehrer zehn Bilder, die den sexuellen Missbrauch von Kindern zeigen, auf seinem Computer gespeichert haben. Der Fuldaer Staatsanwalt Stephan Müller-Odenwald schilderte den Inhalt der Bilder im Detail.

Der Angeklagte betonte, er habe die Bilder noch nie gesehen und sie auch nicht auf seinem Computer gespeichert. "Die Bilder befanden sich in einer Systemdatei, die mein Mandant garnicht einsehen konnte", erklärte sein Anwalt Sven Schoeller aus Kassel.

Dazu wurde auch ein Computer-Experte der Polizei in Fulda befragt. Er belastete den Angeklagten mit seiner Aussage. Rein theoretisch sei aber denkbar, dass die versteckten Systemdateien von dem Speichermedium eines anderen ohne Absicht rüberkopiert wurden, sagte er. Die Verhandlung wird am Mittwoch, 19. Mai, fortgesetzt. Einzelheiten zum ersten Tag der Hauptverhandlung lesen Sie unserer Mittwochausgabe.

Von René Dupont

Hintergrund: Antrag auf Befangenheit scheitert

Rotenburg. Nötigung einer Schülerin ist der zweite Anklagepunkt gegen den 61-jährigen Lehrer vor dem Amtsgericht. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Lehrer vor, einer Schülerin ein Geschenk gemacht zu haben mit dem Hinweis, niemandem davon zu erzählen. Das wertet der Staatsanwalt als Nötigung, Der Lehrer hatte extra für die Schülerin eine Sonderversion einer DVD erstellt aus Filmaufnahmen, die er von einer Operettenaufführung gemacht hatte, bei der auch die Schülerin beteiligt war. Richterin Stefanie Froitzheim bestand darauf, weitere Zeuginnen in diesem Fall zu hören, um sich ein Bild vom Charakter des Angeklagten zu machen. Einen Antrag der Verteidigung auf Befangenheit der Richterin wies das Gericht zurück. (dup)

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