Zwischen Tradition und Gegenwartsorientierung

Kreissynode Hersfeld-Rotenburg: Taufen sollen moderner werden

Hybrid-Tagung: Die meisten der gut 100 Kreissynodalen nahmen per Videokonferenz von zu Hause aus teil.
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Hybrid-Tagung: Die meisten der gut 100 Kreissynodalen nahmen per Videokonferenz von zu Hause aus teil.

„Nicht nur unsere Welt verwandelt sich radikal, auch die Kirchen befinden sich mitten in einem fundamentalen Wandel.“

Hersfeld-Rotenburg – Mit diesen Worten brachte Dekan Dr. Frank Hofmann sowohl das inhaltliche Programm der Kreissynode als auch ihren organisatorischen Rahmen auf den Punkt.

Die Mitglieder der Synode berieten über wichtige Weichenstellungen der kirchlichen Arbeit in der Region und sie taten dies in ungewöhnlichem Rahmen: Die Synode wurde erstmals als Hybrid-Tagung abgehalten. Die meisten der gut 100 Kreissynodalen nahmen per Videokonferenz von zu Hause aus teil, acht Mitglieder des Gremiums hatten sich im Bebraer Gemeindehaus versammelt.

Veränderungen, so Hofmann in seinem Bericht, sorgten gelegentlich auch für Verunsicherung, das sei für manchen schmerzhaft. Sie eröffneten jedoch auch Freiräume, die es ermöglichten, Neues zu wagen. Die Gestaltung von Veränderungen stand auch in dieser Synode im Mittelpunkt. So berieten die Synodalen über den Entwurf der liturgischen Kammer für eine neue Taufagende, die mithilfe neuer, der heutigen Lebenswelt angepasster Texte und durch die Berücksichtigung der Vielfalt des gesellschaftlichen Zusammenlebens einen Bogen zwischen kirchlicher Tradition und Gegenwartsorientierung schlagen soll. Der Entwurf umfasst sowohl neu gestaltete Vorschläge für Fürbitten, Lieder und Gebete – unter anderem in Leichter Sprache – als auch für Tauffeste und Taufen außerhalb von Gemeindegottesdiensten. Auch die derzeit sehr intensiv geführte Diskussion um das Patenamt wird in der neuen Agende aufgegriffen.

Ein weiteres Schwerpunktthema war die Reform der landeskirchlichen Finanzverfassung, deren Einführung die Landessynode in ihrer Sitzung im Januar eingeleitet hatte. Kirchenkreisamtsleiterin Rahel Krause erläuterte den Synodalen den vorliegenden Entwurf, der es ermöglichen soll, die Arbeit der Gemeinden auch in Zeiten rückläufiger Kirchensteuereinnahmen auf solide Füße zu stellen.

Anders als die bisher gültige, aus den 1990er Jahren stammende Finanzverfassung sollen die Gemeinden und Kirchenkreise zukünftig mehr Freiheit, Flexibilität und Eigenverantwortung bei der Verwendung der Mittel erhalten. Krause betonte, dass es langfristig durchaus dazu kommen könne, dass Besitzstände nicht in gewohnter Größenordnung gewahrt blieben. Gerade für kleinere Gemeinden werde die Neuordnung jedoch voraussichtlich durchaus Vorteile mit sich bringen.

Pfarrhäuser: Mecklar vermieten, Oberellenbach aufgeben

Auch im Hinblick auf die in den letzten Sitzungen der Synode bereits beschlossene Anpassung der Zahl der Pfarrstellen traf das Gremium weitere Entscheidungen. Diese waren durch den Stellenwechsel von Pfarrer Jörg Scheer und den Ruhestand von Pfarrerin Karin Ludwig-Heiderich in Ludwigsau sowie durch die Gründung des Kirchspiels Alheim-Braach notwendig geworden. Hierbei handele es sich jedoch nicht um neue Maßnahmen, so Dekan Dr. Hofmann, sondern lediglich um Anpassungen an veränderte Rahmenbedingungen und Zeitabläufe. So wurde entschieden, das Pfarrhaus in Oberellenbach aufzugeben und die Pfarrwohnung in Mecklar zu vermieten. Dadurch können die beiden Ludwigs-auer Pfarrstellen nun neu besetzt werden.

Die Pandemie hinterließ ihre Spuren nicht nur in der Art der Synode, sondern auch in den Beratungen und Grußworten. Als Sprecher der Bürgermeister des Landkreises Hersfeld-Rotenburg appellierte Harald Preßmann aus Hauneck an die Synodalen, ihre Verantwortung – vor allem auch für die momentan besonders betroffenen Kindertageseinrichtungen – mit Umsicht wahrzunehmen.

Auch im Bericht von Dekan Dr. Hofmann hinterließen die hohen Inzidenzzahlen deutliche Spuren. Er teilte mit, dass Prälat Bernd Böttner empfohlen habe, in Regionen mit Inzidenzen über 200 keine Präsenzgottesdienste zu feiern.

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