Zukunftspläne

Wohngebiet, Kita, Tourismus: Kirchheim hat viel vor

Hat endgültig seine Pforten geschlossen: Das Hotel Seeblick am Seepark in Kirchheim. Hier wird im nächsten Sommer ein hinduistisches Deutschlandzentrum des Vereins „Bhakti Marga Bhaktas Deutschland“ entstehen. Archiv
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Hat endgültig seine Pforten geschlossen: Das Hotel Seeblick am Seepark in Kirchheim. Hier wird im nächsten Sommer ein hinduistisches Deutschlandzentrum des Vereins „Bhakti Marga Bhaktas Deutschland“ entstehen. Archiv

Neue Wohngebiete, eine neue Kindertagesstätte, möglicherweise neue Formen des Tourismus – die Gemeinde Kirchheim hat in den kommenden Jahren viel vor.

Ein Überblick:

Bevölkerung/Wohnen

Die Gemeinde Kirchheim mit ihren Ortsteilen ist durch den Vorteil der zentralen Lage und der guten Infrastruktur zunehmend für Menschen interessant, die von zuhause aus arbeiten und nur gelegentlich ins Büro müssen, erklärt Bürgermeister Manfred Koch (SPD). Da das Baugebiet Hattenberg sich zuletzt sehr zügig gefüllt habe, seien nun dringend neue Flächen für Häuslebauer nötig. Die müssten neben einer ansprechenden Lage vor allem eines haben: Anschluss ans schnelle Internet. Nach ersten Untersuchungen könnte Koch sich zwei Flächen vorstellen: das Gebiet „Langer Garten“ an der Bundesstraße 454 in Richtung Heddersdorf und den „Taubengraben“ in der Nähe des ehemaligen Tierparks.

Kinderbetreuung

Mit dem Zuwachs an Bevölkerung und den sich ändernden Rahmenbedingungen wachse auch der Bedarf an Kinderbetreuung, vor allem für Kinder, die jünger sind als drei Jahre, weiter an, sagt Koch. Im Haushalt 2021 sind deshalb 1,5 Millionen Euro für eine neue Kindertagesstätte eingeplant. An der bestehenden Kita neben der Grundschule sei eine Erweiterung nicht möglich, da sowohl ausreichend Spielfläche im Freien als auch Parkplätze für Eltern und Mitarbeiterinnen benötigt würden, erläutert der Bürgermeister. Also werde es wohl eine zweite Einrichtung geben, für die gerade ein Standort gesucht werde. Derzeit besuchen 156 Kinder die Kita Regenbogen in Kirchheim. Sie werden in acht Gruppen von 23 Erzieherinnen und Erziehern, die teilweise in Teilzeit arbeiten, betreut.

Autobahnbau

Beschäftigen wird die Kirchheimer in den kommenden Jahren weiterhin der Umbau des Kirchheimer Dreiecks. Die nächsten Baumaßnahmen seien jetzt ausgeschrieben, die Bauzeiten würden festgelegt, sagt Bürgermeister Manfred Koch. Eine Herausforderung, auch für die Kirchheimer, werde die Erneuerung der Brücke in Höhe der Autobahnmeisterei. Dort könne nur abschnittsweise gebaut werden mit immer wieder neuen und komplizierten Verkehrsführungen.

Tourismus

Mit Blick auf den Tourismus hält der Bürgermeister eine Neuausrichtung für notwendig. Das klassische Tagungsgeschäft, das bisher gerade im Hotel „Seeblick“ einen wesentlichen Anteil der Übernachtungen ausgemacht habe, sei derzeit komplett weggebrochen. Er rechne auch nicht damit, dass es jemals wieder den Stand von vor der Corona-Pandemie erreichen werde. Koch regt deshalb eine neue Studie an, um die aktuellen Entwicklungen zu berücksichtigen.

Seepark

Dazu gehört auch der Verkauf des Seeparks an den Verein “Bhakti Marga Bhaktas Deutschland“, der dort sein hinduistisches Deutschlandzentrum einrichten will. Er habe schon mehrere Gespräche mit den Verantwortlichen des Vereins und mit seinem Amtskollegen in Springen im Taunus, wo es bereits ein großes hinduistisches Zentrum gibt, geführt, sagt Koch. In dem Zentrum würden viele Besucher erwartet. Er sieht es als Aufgabe der Gemeinde, so viel touristisches Angebot wie möglich für die Besucher des Campingplatzes und der Ferienhäuser zu erhalten. Deshalb sollte man darüber nachdenken, den See ins Eigentum der Gemeinde zu übernehmen, ein zusätzliches gastronomisches Angebot, unabhängig von Bhakti Marga Bhakti zu schaffen – daran habe bereits ein Investor Interesse gezeigt – und auch wieder einen Spielplatz anzulegen.

Neuer Autohof

Ein wenig kompliziert sei, so berichtet Manfred Koch, das Planungsverfahren für den neuen Autohof, den die Firma Schade für Lkw in Kirchheim bauen wolle. Es fehle wohl an Ausgleichsmaßnahmen für die Eingriffe in die Umwelt. Auch die Ausgestaltung des Projekts sei derzeit nach einer Umstrukturierung in der Führung der Firma Schade noch nicht sicher. Klar sei aber, „Schade braucht hier eine Lkw-Werkstatt und es wird weitergehen“, versichert Koch. Auch die Aral-Tankstelle werde dorthin umziehen.

Tierpark

Die Gestaltung und Nutzung des ehemaligen Tierparkgeländes ist ebenfalls eine Aufgabe für die Zukunft. Dort könnte zum Beispiel ein Treffpunkt für Jung und Alt mit entsprechenden Sport-, Spiel- und Freizeitangeboten für mehrere Generationen entstehen.

Seniorenwohnen

Und auch für die Senioren ist ein Angebot in Kirchheim geplant. Die Firma Bickhardt Bau habe einen Hof gekauft und wolle dort seniorengerechte, barrierefreie Wohnungen einrichten. An Pflegeplätze sei erst einmal nicht gedacht, weil gerade neue Einrichtungen in Neuenstein und Hauneck entstünden bzw. in Planung seien. Koch hofft auf konkrete Planungen 2021 oder 22. (Christine Zacharias)

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