Niederländischer Immobilienhändler übernimmt Objekte

Kirchheimer Hotels werden umfangreich renoviert und saniert

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Zukunft ungewiss: Ein neuer Besitzer, die Global Foundation Europe B.V. will das Motel in Kirchheim schnell wieder flott machen und aggressiv vermarkten. Das Bild entstand im März 2014.

Kirchheim. Die Gerüchteküche um den Kirchheimer Seepark, neu „Hotel Seeblick“, und das Motel, jetzt „Ferienland Kirchheim UG“, hat in den vergangenen Tagen heftig gebrodelt.

Beide Objekte sollen einen neuen Eigentümer haben, die Immobilienfirma Global Foundation Europe B.V. (GFE) mit deutschem Büro in Dortmund hat angeblich beide Objekte gekauft, das Motel am 2. März.

Der Gründer der Foundation und bereits als Geschäftsführer im Seeblick eingetragene David T. Willis bestätigte das in einem Telefonat. Allerdings gibt es keinen entsprechenden Grundbucheintrag beim Amtsgericht Bad Hersfeld. Und Andreas Engelhoven, Eigentümer des Kirchheimer Seepark-Hotels, sagte, er habe nicht verkauft, sondern an die Hotel A7 GmbH verpachtet. 

Vorkaufsrecht bis Ende des Jahres 

Die Gesellschaft habe aber ein Vorkaufsrecht bis Ende des Jahres. Dieses Vorkaufsrecht ist auch im Grundbuch vermerkt, bestätigte Rolf Schwarz, Sprecher des Amtsgerichts Bad Hersfeld.

Ungeachtet der nicht geklärten Eigentumsverhältnisse berichtet Willis unserer Zeitung von geplanten Maßnahmen und Veränderungen:

Danach sollen beide Objekte zwar an ein und denselben Pächter, dessen Name allerdings noch nicht genannt wurde, vergeben, aber auch mit einer eigenen selbstständigen Geschäftsführung ausgestattet werden. 

Zukunftspläne 

Für den Seeblick soll mit der Renovierung der Zimmer, Erneuerung der Bäder, einer komplett neuen Struktur und einem hochwertigen à la carte Restaurant der Status eines Vier-Sterne Hauses angestrebt werden. Im Ferienland Kirchheim sollen in den kommenden acht bis zehn Wochen alle 100 Zimmer des ehemaligen Motels komplett renoviert werden.

Die Mitarbeiter können übernommen werden, müssen sich aber bei der neuen Gesellschaft bewerben. Zu den Übernahmekonditionen sagte Willis: „Wir haben nicht den Betrieb übernommen, wir haben das Gebäude gekauft“. 

Motel mit wechselvoller Geschichte

Motel Kirchheim, Motel-Center Kirchheim, Roadhouse Kirchheim, Best Western Kirchheim, Tulip-Inn Kirchheim und jetzt Ferienland Kirchheim. Viele Namen, Eigner, Betreiber und Pächter hat das Hotel an den Autobahnen in Kirchheim in seiner über 40-jährigen Karriere“ über sich ergehen lassen müssen, und diese Aufstellung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und chronologisch korrekte Reihenfolge.

Letzter Eigentümer ist (oder war bis vor ein paar Tagen?) wohl die Rubicon Beheer BV, Niederlande, vertreten durch den Geschäftsführer Petrus van de Koolwijk. Im Mai 2014 wurde das Objekt vermietet an Artemis Financial Planning BVBA, Geschäftsführer Godefridus van der Aa. Der meldete Ende Juli 2016 sein Gewerbe ab.

Gleichzeitig angemeldet wurde der Hotel- und Gaststättenbetrieb Ferienland Kirchheim UG, Inhaber Christiaan van der Aa. Nach außen trat Daniel Van Gorb auf. Welche Position in welchem Unternehmen der innehat(te) ist nicht nachvollziehbar. Trotz intensiver Recherche bleiben am Ende nur der Name und eine belgische Handynummer. Im Zuge des großen Flüchtlingszustroms war das Motel vom Land Hessen als Außenquartier der Erstaufnahmeeinrichtung Gießen angemietet worden. Als es dafür keinen Bedarf mehr gab, sollte es wieder als Motel betrieben werden.

In den letzten Wochen war das Motel jedoch nach Informationen unserer Zeitung in totale Schieflage geraten. Wegen wohl unbezahlter Rechnungen war das Hotel zeitweise ohne Strom, Heizöl gab es nur gegen Bargeld, das Internet ist abgeschaltet, der hauseigene Server „tot“. Letztlich drehte die Gemeinde den Wasserhahn zu. Angeblich warten die Mitarbeiter noch heute auf ihre Gehälter, und ob Sozialabgaben gezahlt wurden ist zumindest fraglich.

Laut Van Gorb wurde das Objekt etwa zum Jahreswechsel bereits verkauft. Hier ergaben die Recherchen unserer Zeitung jedoch widersprüchliche Informationen. Bis jetzt hat der „Käufer“ wohl weder die vereinbarte Anzahlung geleistet noch sich um die laufenden Kosten gekümmert. 

Von Bernd Löwenberger und Christine Zacharias

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