Auch ein Auto unter der Lupe

Mängel an jedem dritten Lkw: Polizei, Zoll und BAG kontrollierten

Sorgfältig untersucht: Eigentlich ging es bei der Kontrollaktion in Kirchheim um den Schwerlastverkehr, doch wurde nach einem Hinweis auch dieser Mercedes auseinandergenommen, nachdem der Rauschgifthund dort angeschlagen hatte. Foto: Krannich

Kirchheim. Mit Unterstützung von Zoll und Bundesamt für den Güterverkehr (BAG) kontrollierte die Bad Hersfelder Autobahnpolizei sechs Stunden den Schwerlastverkehr am Kirchheimer Dreieck in Osthessen. 30 Lkw wurden überprüft - und ein Auto.

Mit dabei war auch eines von bundesweit drei mobilen Röntgengeräten, die beim Zoll eingesetzt werden, um Lkw-Ladungen überprüfen zu können, ohne mit viel Personalaufwand das Fahrzeug durchsuchen zu müssen. Aber nicht nur die Ladung wurde überprüft, auch auf die Verkehrssicherheit der Fahrzeuge wurde besonders geachtet.

Am Ende des Kontrolltages hatten die Beamten der Autobahnpolizei neben vielen zum Teil nicht unerheblichen Beanstandungen auch mehrere Fahrzeuge stillgelegt, da ein Weiterfahren nicht mehr zu verantworten war.

Ein 7,5-Tonner mit Anhänger aus Polen, der schrottreife Ackergeräte geladen hatte, war nicht nur um mehr als das Doppelte überladen, sondern hatte auch für den Anhänger eine völlig unzulässige Anhängerkupplung Marke Eigenbau, die unsachgemäß befestigt war.

Bei einem Sattelzug, der mit Stahlstangen beladen war, beanstandeten die Beamten die Ladungssicherung. Der Sattelauflieger musste mit Hilfe eines Gabelstaplers umgeladen werden. Ein Sattelzug aus der Ukraine wurde vorübergehend stilgelegt, da er mit einem für die Ladung (Gefahrgut) unzulässigen Transportmittel unterwegs war und bei einem anderen Sattelzug führten defekte Bremsen, die in einer Werkstatt erneuert werden mussten zur vorübergehenden Stilllegung. Fast jedes dritte Fahrzeug wies irgendwelche Mängel auf, die sofort behoben werden mussten, um die Fahrt fortsetzen zu können.

Rauschgifthund schlug an

Mit dem mobilen Röntgengerät des Zolls, von dem alle kontrollierten Lastwagen zuerst durchleuchtet wurden, konnten keine Beanstandungen festgestellt werden, jedoch zogen die Zollbeamten einen Mercedes von der Autobahn, der ihnen zuvor als verdächtiges Fahrzeug gemeldet worden war. Der Mercedes wurde von vier Einsatzfahrzeugen umstellt und der Fahrer überprüft. Auch ein Rauschgifthund kam zum Einsatz, der am Fahrzeug anschlug. Der Fahrer des Mercedes wurde mit einem Drogen Wischtest positiv getestet. Von sieben Beamten wurde der Mercedes, abgeschirmt vom übrigen Kontrollbereich, sehr gründlich untersucht und teilweise bewegliche Teile aus dem Fahrzeug genommen. Trotzdem wurden keine Rauschmittel im Fahrzeug gefunden.

Gegen 18 Uhr wurde die Kontrolle mit einer für die Ordnungshüter positiven Bilanz abgebrochen. Wie der Pressesprecher der Polizei am Ende der Kontrolle feststellte, habe sich die Wichtigkeit solcher groß angelegten Kontrollen bestätigt. Erheblich unsichere Fahrzeuge und schlechte Ladungssicherung seien ein hohes Gefahrenpotential auf den Straßen. Es seien rollende Zeitbomben die im gewerblichen Güterverkehr auf den Straßen nichts zu suchen hätten, meinte der Polizeisprecher. (yk)

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