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Kirchheims Bürgermeister Manfred Koch (SPD) geht nach 24 Jahren in den Ruhestand

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Von: Christine Zacharias

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So leer war der Schreibtisch von Kirchheims Bürgermeister Manfred Koch selten. Er hatte am Montag seinen letzten Arbeitstag und hinterlässt seinem Nachfolger eine Fülle von großen Projekten.
So leer war der Schreibtisch von Kirchheims Bürgermeister Manfred Koch selten. Er hatte am Montag seinen letzten Arbeitstag und hinterlässt seinem Nachfolger eine Fülle von großen Projekten. © Christine Zacharias

Manfred Koch (SPD) war 24 Jahre Bürgermeister der Gemeinde Kirchheim, jetzt geht er in den Ruhestand. Auf seinen Nachfolger Axel Schmidt (CDU) warten zahlreiche Projekte.

Kirchheim – An seinen ersten Arbeitstag im Kirchheimer Rathaus am 1. November 1998 kann Manfred Koch (SPD) sich noch gut erinnern. Er saß an dem großen, völlig leeren Schreibtisch und bekam erst einmal die Hersfelder Zeitung auf den Tisch gelegt. Die habe sein Vorgänger, der plötzlich verstorbene Karl-Heinz Spangenberg, auch immer erst gelesen, wurde ihm gesagt.

Koch fragte sich, ob es ihm woll gelingen werde, jeden Tag sinnvoll mit Arbeit zu füllen. „Am nächsten Tag war das kein Problem mehr“, sagt Koch lachend. Und seitdem hatte er jeden Tag in den vergangenen 24 Jahren genug zu tun.

Sein erstes Großprojekt sei damals die Kläranlage gewesen, erzählt Koch. Dabei lernte er schnell, dass es bei der Realisierung solcher Projekte ein wesentlicher Aspekt ist, wie stark die Bürgerinnen und Bürger finanziell belastet werden. „Man muss immer sehen, dass die Bürger diejenigen sind, die das bezahlen und dass sich das auch jeder leisten können muss“, betont Koch.

Deshalb ist er froh, dass es in Kirchheim gelungen ist, Kanal- und Straßenbauarbeiten so zu finanzieren, dass die Summen für die Bürger tragbar seien, nämlich den Kanal über die Abwassergebühren und die Straßen über eine Beteiligung von 30 Prozent. Zerreißproben, wie in anderen Gemeinden, blieben Kirchheim so erspart. Insgesamt seien, so Koch, mindestens zehn Kilometer Straßen und Kanalleitungen in seiner Amtszeit erneuert worden.

Das Wohl der Gemeinde hatte Manfred Koch bei den Neuansiedlungen immer im Blick. Arbeitsplätze und Gewerbesteuer in die Gemeinde zu holen beziehungsweise Kunden, die in den Outlet-Läden von Puma, Lloyd oder Trigema einkaufen oder sich in Kirchheim verpflegen, war ihm ebenso ein Anliegen wie die Unterstützung bereits ansässiger Unternehmen, wie zuletzt der Firmen Bickhardt Bau und Gethke Glas, die Flächen für eine Erweiterung suchten.

Auf Axel Schmidt warten viele Projekte

Inzwischen sei die Gemeinde jedoch an dem Punkt angelangt, wo der Sinn von Neuansiedlungen gegen die Lebensqualität der Menschen vor Ort abgewogen werden müsse, gibt Koch zu bedenken.

So richtig planbar ist der Beruf des Bürgermeisters nicht. Immer wieder muss er sich mit Unvorhersehbarem auseinandersetzen – Unwetter, Brände, schwere Unfälle – immer ist auch der Bürgermeister gefragt. Koch erinnert sich auch daran, wie an einem Freitagnachmittag die Information bei ihm ankam, dass in der folgenden Woche das damals noch vorhandene, leer stehende Motel-Center zur Flüchtlingsunterkunft werden sollte. „Das kann man doch so nicht machen, da muss man die Menschen informieren und mitnehmen“, sagt Koch. Dass das dann doch noch kurzfristig gelungen sei, hat ihn erleichtert.

Seinem Nachfolger hinterlässt Manfred Koch jede Menge Baustellen – im wahrsten Sinn des Wortes. Mehrere Bauleitpläne für Wohnbau- und Gewerbegebiete laufen gerade, ein neuer Kindergarten soll gebaut werden, für die Feuerwehr stellt sich die Frage nach Sanierung oder Neubau eines Gerätehauses, der neue Lkw-Stützpunkt der Firma Schade soll entstehen, um nur einige der aktuellen Projekte zu nennen.

Dass das alles bei den gestiegenen Baukosten und oft auch Materialproblemen große Herausforderungen sein werden, ist Koch bewusst. Deshalb bietet er Axel Schmidt, dem er entsprechende Akten auf dem Schreibtisch hinterlassen hat, an, jederzeit bei Fragen zur Verfügung zu stehen.

Jetzt freut Manfred Koch sich erst mal darauf, mehr Zeit für sich und seine Familie zu haben. Seine Tochter sei während seiner Amtszeit oft zu kurz gekommen, räumt er ein. Deshalb will er sich jetzt ums Enkelkind kümmern. Nicht zuletzt gebe es bereits eine ganze Reihe von Aufgaben, die seine Frau für ihn habe, erzählt Manfred Koch, der auch politisch noch aktiv bleiben wird: im Kreistag und in der Regionalversammlung. Die Frage, wie er seine Tage im Ruhestand ausfüllen wird, stellt sich also nicht wirklich. Und wenn dann doch einmal Zeit bleibt, schätzt er ein gutes Buch. (Christine Zacharias)

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