Klare Worte von Außenminister Frank-Walter Steinmeier in Friedewald

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Gut gelaunt in Friedewald: Außenminister Frank-Walter Steinmeier ist sichtlich angetan von dem kleinen Sohn der hessischen SPD-Generalsekretärin Nancy Faeser.

Friedewald. Ein Hauch von weiter Welt umwehte an diesem Wochenende die altehrwürdigen Mauern des Wasserschlosses von Friedewald. Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier war Ehrengast beim inzwischen 7. Hessengipfel der SPD in Göbels Schlosshotel.

Für Steinmeier war es eine Art Rückkehr. Als Student in Gießen hatte er bereits in Friedewald Tagungen und Seminare zum Thema Arbeits- und Asylrecht absolviert. Auch Bad Hersfeld kennt Steinmeier aus dieser Zeit, obwohl er noch nicht bei den Festspielen war. „Seit ich mit Michael Roth so eng zusammenarbeite wie jetzt, bekomme ich fast täglich hautnah berichtet, was hier in der Region passiert“, erzählt Steinmeier im Gespräch mit unserer Zeitung.

Ohnehin haben die 14 Jahre in Hessen ihre Spuren bei Steinmeier hinterlassen. „Hier ist meine Leidenschaft für die Politik gewachsen“, sagte er. Und auch für die Ahle Wurscht, die er von der hessischen SPD-Generalsekretärin Nancy Faeser nachträglich zum 60. Geburtstag geschenkt bekam. Zum Entzücken der Fotografen schäkerte Steinmeier dann auch noch mit Faesers kleinem Sohn.

Bei seiner anschließenden Rede über die Krisenherde der Welt zeigte sich Steinmeier nachdenklich, doch in der Sache bestimmt. „Ich bin heilfroh, dass die SPD in diesen unfriedlichen Zeiten die Verantwortung für die deutsche Außenpolitik trägt.“ Steinmeier schlug einen weiten Bogen von seinem Besuch in Saudi-Arabien, den er trotz der Massenhinrichtungen dort als notwendig bezeichnete, über Großbritannien und dessen EU-Austrittsabsichten bis hin zu den politischen Umbrüchen in Polen und dessen immer noch sensiblen Verhältnisses zu Deutschland. Auch für die AfD-Demonstranten, die draußen vor dem Hotel gegen Steinmeier und die deutschen Außenpolitik demonstrierten fand er klare Wort: „Die heutigen Probleme sind zu komplex für einfache Antworten“. Unser Land einfach „dicht zu machen“ für die Probleme der Welt, das sei nicht die Sicht der SPD. Die AfD selbst bezeichnete Außenminister Steinmeier als „geistige Brandstifter“.

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