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Klinikum in Bad Hersfeld will 173 Millionen Euro für geplanten Erweiterungsbau

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Von: Sebastian Schaffner

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Soll 2025/2026 nach Bad Hersfeld verlagert werden: Die Akutmedizin des Herz-Kreislauf-Zentrums in Rotenburg. Lediglich die Reha soll am Standort bleiben. Der Aufbau eines Corona-Nachsorgezentrums sei dort aber nicht erstrebenswert, heißt es aus dem Klinikum.
Soll 2025/2026 nach Bad Hersfeld verlagert werden: Die Akutmedizin des Herz-Kreislauf-Zentrums in Rotenburg. Lediglich die Reha soll am Standort bleiben. Der Aufbau eines Corona-Nachsorgezentrums sei dort aber nicht erstrebenswert, heißt es aus dem Klinikum. © Thomas Lohnes/Klinikum

Für den geplanten Erweiterungsbau am Klinikum in Bad Hersfeld hofft der kommunale Klinikverbund auf 172,6 Millionen Euro. Das geht aus einer Kleine Anfrage im Landtag hervor.

Hersfeld-Rotenburg – Lange ist ein Geheimnis um die Höhe des beantragten Fördergeldes für den geplanten Erweiterungsbau am Klinikum in Bad Hersfeld gemacht worden. Jetzt steht fest: Der kommunale Klinikverbund hofft auf 172,6 Millionen Euro. Das geht aus einer Antwort des hessischen Sozialministeriums auf eine Kleine Anfrage einer SPD-Politikerin im Landtag hervor.

Dass die lange kolportierten 100 Millionen Euro nicht ausreichen werden, hatte Landrat Torsten Warnecke (SPD) zuletzt bei der Rotenburger Bürgerversammlung im Mai zur Umstrukturierung der Kliniklandschaft angedeutet. Er sagte, dass der Neubau auch wegen gestiegener Baukosten wohl „deutlich mehr als 150 Millionen Euro“ kosten werde.

In ihrer Anfrage wollte die SPD-Landtagsabgeordnete Dr. Daniela Sommer (Waldeck-Frankenberg) wissen, wie viele Anträge auf Geld aus dem Krankenhausstrukturfonds II beim Ministerium bislang eingereicht worden seien. In der Antwort des Ministeriums, die unserer Redaktion vorliegt, sind die Antragssteller zwar anonymisiert aufgelistet. In diesem Jahr ist allerdings lediglich ein einziger Antrag eingegangen – der des Klinikums.

Landrat Warnecke, zugleich Aufsichtsratsvorsitzender des Krankenhauskonzerns, bestätigte das auf Nachfrage unserer Redaktion. „Jetzt muss das Land sagen, ob und was davon förderfähig ist und mit dem Bund verhandeln“, so Warnecke. Er zeigt sich nach wie vor optimistisch, dass das Geld fließt. Die Vorgespräche seien positiv verlaufen.

Über die Freigabe aus dem Krankenhausstrukturfonds II entscheidet letztlich das Bundesamt für Soziale Sicherung (BAS) in Bonn. Wann das geschieht, ist noch nicht absehbar. Erklärtes Ziel des bis 2024 aufgelegten Fonds ist es laut BAS, die Anzahl der Krankenhausstandorte zu reduzieren und „Überkapazitäten“ abzubauen.

Seit 2019 sind nach Angaben des Sozialministeriums 38 Strukturfonds-Anträge mit einem Gesamtvolumen von 380 Millionen Euro in Wiesbaden eingegangen. Hessen stehen aus dem mit zwei Milliarden Euro gefüllten Topf allerdings nur rund 140 Millionen Euro zu. Bund und Länder teilen sich die Förderungen.

Sollte der Antrag aus Bad Hersfeld bewilligt werden, plant das Klinikum, mit dem Bau 2023 zu beginnen. Der Umzug in das neue Gebäude wäre dann für den Jahreswechsel 2025/2026 vorgesehen.

Neubau in Bad Hersfeld geplant

Die Gesellschafterversammlung des wirtschaftlich angeschlagenen Klinikums beschloss am 7. September 2020, sämtliche akutmedizinischen Abteilungen an den Standort Seilerweg in Bad Hersfeld zu verlagern, darunter auch die des Rotenburger Herz-Kreislauf-Zentrums und der Orthopädie. Dafür benötigt das Klinikum einen Neubau neben dem Klinikum. Geplant ist dort ein drei- bis vierstöckiges Gebäude mit einer Gesamtfläche von 50 000 Quadratmetern. 

(Sebastian Schaffner)

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