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Kneipensterben in Eiterfeld schreitet voran

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Das Bild zeigt das Bürgerhaus in Eiterfeld.
Ohne Pächter: Seit vergangenem Jahr sucht die Gemeinde Eiterfeld einen neuen Pächter für die gastronomischen Räumlichkeiten im Bürgerhaus des Kernorts. © Karl-Heinz Burkhardt

Immer mehr Gaststätten und Cafés schließen in der Marktgemeinde Eiterfeld. Auch für das Bürgerhaus wird ein neuer Pächter gesucht.

Eiterfeld – Erst jüngst hat ein alteingesessenes Café in der Eiterfelder Gemarkung seine Türen für immer geschlossen: das Kaffee-Stübchen in Großentaft. Doch das ist nicht das einzige Gasthaus, das in den vergangenen Jahren den Betrieb eingestellt hat. Da mag sich der eine oder andere Bürger schon fragen, wo er in der Marktgemeinde überhaupt noch eine Anlaufstelle für gutbürgerliches Essen und gemütliches Beisammensein findet.

Zwar gibt es in den Ortsteilen und dem Kernort vermehrt Döner- und Imbissbuden, Gasthöfe und Restaurants sind dagegen mittlerweile eher eine Seltenheit.

Eine Bestandsaufnahme: Noch vor rund zehn Jahren zählte die Gemeinde Eiterfeld etwa 20 Gaststätten und Cafés, die zu gutem Essen, leckerem Kuchen und längerem Verweilen einluden. Inzwischen hat sich diese Zahl halbiert: Rund zehn Einkehrmöglichkeiten bietet die Marktgemeinde nunmehr.

Nahe des Kegelspielradweges lud das Kaffee-Stübchen in Großentaft Radfahrer sowie Wanderer zum Pausieren und Verweilen ein. Wie Eigentümerin Doris Kommer nun im Gemeindeblättchen verkündete, wurde der Café-Betrieb allerdings zum 1. Januar 2022 eingestellt. „Die aktuelle Corona-Situation hat mich zu diesem Schritt veranlasst“, schreibt sie. Schon seit März 2020 ist das Stübchen pandemiebedingt zu, nun ist endgültig Schluss. Auch alteingesessene Gaststätten wie „Zur Linde“ der Familie Nophut in Großentaft oder „Zum Goldenen Stern“ der Macheledts in Ufhausen haben aus unterschiedlichen Gründen mittlerweile geschlossen. Beide stehen nun leer, der Gasthof in Ufhausen sogar zum Verkauf.

„In der aktuellen Zeit ist es schwer, Nachfolger zu finden“, sagt Eiterfelds Bürgermeister Hermann-Josef Scheich. Und er weiß, wovon er spricht, denn seit dem vergangenen Jahr sucht die Gemeinde Eiterfeld selbst einen neuen Pächter für die gastronomischen Räumlichkeiten im Bürgerhaus des Kernorts. „Das Projekt liegt mir sehr am Herzen, und ich hoffe, dass sich hierfür jemand findet“, sagt Scheich. Ob Weihnachtsfeiern, Hochzeiten, Geburtstage oder gemeindliche Festlichkeiten – das Bürgerhaus im Herzen Eiterfelds war immer gefragt.

„Es ist ein attraktives Angebot in einer attraktiven Lage“, weiß Scheich und erklärt: „Das Interesse hält sich allerdings in Grenzen.“ Das hänge unter anderem mit der Corona-Situation zusammen, weil das Gastgewerbe in diesen Zeiten mit Hygienemaßnahmen und einem „ÖffnungsHin und Her“ schon genug gebeutelt sei.

Trotz vieler Schließungen in den vergangenen Jahren ist der Rathauschef dennoch zufrieden: „Auch wenn wir im Kernort gerade einen Mangel haben, sind doch in den Ortsteilen noch immer mehrere Gastronomen mit bürgerlicher Küche zu finden.“ (Celina Lorei)

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