Treffen im Bürgerhaus Aua

Knüll-Gebiet will wieder Förderregion im Leader-Programm werden

Im Bürgerhaus in Aua sitzen einige Männer und Frauen, die aufmerksam die Veranstaltung verfolgen.
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Aufmerksame Zuhörer bei der Auftaktveranstaltung: Der Knüll will wieder Leader-Region werden. Dazu trafen sich jetzt Bürgermeister, engagierte Bürger und Vertreter von Organisationen im Bürgerhaus in Aua.

Das Leader-Programm investierte in der Vergangenheit bereits einige Millionen Euro in die Knüll-Region. Jetzt soll eine Strategie für die nächste Förderperiode erarbeitet werden.

Aua – Die Entwicklung des ländlichen Raums fördern, das ist das Ziel des Leader-Programms der Europäischen Union. Viele Millionen sind in den vergangenen Jahren bereits in die Region geflossen, unter anderem in die Ausweisung von neuen Wanderwegen, in die Ausstellung „Grenzbahnhof Bebra“, in E-Bike-Ladestationen, EDV-Technik für Vereine, Sonnenschutz für Kindergärten, einen Bauwagen für eine Waldkindergartengruppe, Bewegungs- und Spielgeräte für den Dorfplatz in Bebra und noch viel mehr.

Im Bürgerhaus in Aua trafen sich jetzt Vertreter von Kommunen und Organisationen aus dem Knüllgebiet, um eine regionale Entwicklungsstrategie für die nächste Leader-Förderperiode, die von 2023 bis 2027 dauert, zu entwickeln.

Mit der Initiative und der Unterstützung von Hauptamtlichen und ganz vielen Ehrenamtlichen könne man viel bewegen, gab Dr. Nico Ritz, Bürgermeister der Stadt Homberg/Efze und Vorsitzender des Zweckverbands Knüll, den Teilnehmern der Auftaktveranstaltung mit auf den Weg. Die vergangene Förderperiode sei eine Besondere gewesen, weil es gelungen sei, die Region Knüll als Naturpark auszuweisen. Davon erhofft Ritz sich zusätzliche Impulse für den Tourismus in der Region. Er erläuterte zudem einige organisatorische und bürokratische Änderungen.

In den vergangenen sechs Jahren seien 2,4 Millionen Euro an Fördergeld in 26 Projekte geflossen, erklärte Sonja Kunze vom Büro für Stadtplanung und Regionalentwicklung akp aus Kassel, die seit mehr als 25 Jahren beruflich im Knüll unterwegs ist und den Abend moderierte. Für weitere 50 kleinere Projekte gab es aus dem Regionalbudget weitere 264 000 Euro. Damit seien Investitionen in Höhe von 5,6 Millionen Euro angestoßen worden, machte Kunze deutlich. Für die Jahre 2023 bis 27 hofft sie auf bis zu 3,5 Millionen Euro.

In vier Handlungsfeldern sollen Projekte entwickelt werden: Gleichwertige Lebensverhältnisse für Alle, wirtschaftliche Entwicklung, Erholungsräume für Naherholung und ländlichen Tourismus und Bioökonomie, zum Beispiel durch Förderung eines nachhaltigen Konsumverhaltens. Ja nach Thema und Rahmenbedingungen gebe es dafür Förderquoten zwischen 35 und 80 Prozent, erklärte Sonja Kunze. Die regionale Entwicklungsstrategie soll nun in Workshops erarbeitet werden. Bis Ende Mai muss der Antrag eingereicht sein.

Aus mobilen Diskussionsrunden, bei denen schon mal mögliche Schwerpunkte erkennbar wurden, ergab sich eine Fülle von Themen, an denen in der Region gearbeitet werden soll. Selbstvermarkter, regionale Produkte und eine Förderung der Gastronomie wurden zum Beispiel genannt, das Problem, bezahlbaren Wohnraum zu finden, Co-Working-Spaces, die Mobilität, ein Radwegenetz, E-Bike-Touren, Mountainbike-Trails, Aussichtstürme, Unterstützung für Bio-Höfe, Camping auf dem Bauernhof, die Nutzung von Streuobstwiesen und vieles mehr.

Das europäische Leader-Programm

Leader (englischsprachiges Akronym von französisch Liaison entre actions de développement de l’économie rurale, „Verbindung zwischen Aktionen zur Entwicklung der ländlichen Wirtschaft“) ist ein Maßnahmenprogramm der Europäischen Union, mit dem seit 1991 modellhaft innovative Aktionen im ländlichen Raum gefördert werden. Lokale Aktionsgruppen erarbeiten vor Ort Entwicklungskonzepte. Ziel ist es, die ländlichen Regionen Europas auf dem Weg zu einer eigenständigen Entwicklung zu unterstützen. Zur Leader-Region Knüll gehören aus dem Kreis Hersfeld-Rotenburg die Gemeinden Breitenbach/H., Kirchheim, Niederaula und Neuenstein. (Quelle: Wikipedia)

(Christine Zacharias)

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