Landrat kritisiert erneut Vorgehen beim Netzausbau

Koch wirft der Telekom Lüge vor

Volles Rohr: Für das schnelle Internet der Breitband Nordhessen GmbH werden derzeit noch viele Kilometer Leerrohr verlegt, in die später die Glasfaserkabel eingezogen werden. Archivfoto: Maaz

Hersfeld-Rotenburg. Landrat Dr. Michael Koch wirft der Telekom vor, beim Breitbandausbau bewusst „die Öffentlichkeit zu täuschen“. Als „nachweisliche Falschbehauptung“ bezeichnet er Äußerungen von Telekom-Sprecher George-Stephen McKinney.

Der Telekom-Sprecher hatte in unserer Zeitung erklärt, die Ausbaupläne der Telekom seien bereits in einem 2014 vorgenommenen Markterkundungsverfahren klar kommuniziert worden und man halte an ihnen fest.McKinney hatte damit auf einen Beitrag unserer Zeitung reagiert, in dem Landrat Koch der Telekom vorgeworfen hatte, sie picke sich beim Breitbandausbau die Rosinen raus und „kannibalisiere“ damit den mit Landes- und Bundeskrediten abgesicherten Netzausbau der Breitband Nordhessen.

Behauptungen definitiv unwahr

LandratKoch

McKinneys Behauptungen seinen definitiv unwahr, heißt es in einer Mitteilung vom Landrat Koch. „Man muss es eigentlich eine dreiste Lüge der Telekom nennen.“ Er könne allein im Kreis Hersfeld-Rotenburg konkrete Abweichungen vom Markterkundungsverfahren in Bebra und Schenklengsfeld benennen und belegen: „Im Schenklengsfelder Ortskern sowie den Ortsteilen Wüstfeld, Hilmes und Oberlengsfeld ist die Telekom von ihren Plänen aus dem Jahr 2014 abgewichen.“

Ähnlich gestalte sich die Lage in den Bebraer Stadtteilen Blankenheim, Lüdersdorf und Breitenbach. Koch: „Es ist Fakt, dass das Ausbaugebiet der Breitband Nordhessen GmbH von den Vorhaben der Telekom und den damit verbundenen Arbeiten betroffen ist. Es ist das eine, hier Absprachen zu brechen. Aber es auch noch dreist zu bestreiten, geht zu weit.“

Beschwerde an den Bundeswirtschaftsminister

Landrat Dr. Koch will deshalb in dieser Woche Beschwerdeschreiben an die Aufsichtsbehörden schicken. Der Telekom-Vorstand wird ebenso Post von ihm bekommen wie der künftige Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier und die Bundesnetzagentur in Bonn. Koch sieht die Bundesregierung in der Pflicht, den einstigen Staatskonzern Telekom einzubremsen. Landrat Koch: „Es kann nicht im Interesse des Bundes als größtem Einzelaktionär sein, staatlich geförderte Ausbauvorhaben zu torpedieren!“ (red/kai)

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