Großkomponente für KKF-Analge

Koloss für K+S: Verdampfer in 41 Metern Höhe eingesetzt

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Philippsthal. Millimeterarbeit mit dem größten Teleskopkran der Welt: Auf dem Werksgelände des K+S-Standorts Hattorf bei Philippsthal ist am Mittwoch ein 82 Tonnen schwerer und 16 Meter langer Verdampfer mit sieben Metern Durchmesser in den Rohbau der KKF-Aufbereitungsanlage eingehoben worden.

Der Koloss aus Druckbehälterstahl war bei der Firma Messer in Lengers gefertigt und in der Nacht per Schwertransport zur Baustelle gebracht worden. Ein 85 Meter hoher Teleskopkran hob den Apparat dann an seinen Bestimmungsort in 41 Metern Höhe.

Auf den letzten Metern geht es nur mit robuster Militärtechnik. 82 Tonnen schwer und 16 Meter lang ist Verdampfer V1200 – bei einen Durchmesser von sieben Metern. Fest auf einem Tieflader verzurrt, soll der Koloss aus Druckbehälterstahl rückwärts die Steigung zur Baustelle der KKF-Anlage auf dem Werksgelände des K+S-Standorts Hattorf bei Philippsthal bugsiert werden. Für solche Fälle haben die Mitarbeiter des Schlitzer Transportunternehmens Bäuml eine Geheimwaffe: Den Offroadmaster – einen Panzerschlepper aus dem Hause Faun. Der Motor startet, eine dunkle Dieselwolke steigt empor und die vier angetriebenen Achsen setzen sich in Bewegung. Im Schneckentempo quält sich das Gespann die steile Werksstraße empor. KKF – das steht für Kainitkristallisation mit anschließender Flotation. Eine Aufbereitungsanlage, mit der der Düngemittelhersteller die Menge der Salzabwässer um weitere 1,5 auf 5,5 Millionen Kubikmeter jährlich reduzieren will. Aktuell werden die Großkomponenten in den Stahlbau eingesetzt. An diesem Tag ist der größte Apparat an der Reihe – der V1200. Die Eiterfelder Firma Ebner als Generalunternehmer hat ihn vom Apparatebauer Messer im Heringer Stadtteil Lengers fertigen lassen. In der Nacht war die 82-Tonnen-Röhre, deren Form ein wenig einem Brummkreisel ähnelt, per Schwertransport zum Werksgelände gebracht worden.

Das Ziel des Bauteils liegt aber rund 41 Meter höher – zwischen den beiden Betontürmen, die in den vergangenen Monaten in die Höhe gewachsen sind. Dafür wurde der größte Teleskopkran der Welt in Stellung gebracht. 15 Tieflader waren nötig, um die Maschine aus dem Hause Liebherr anzuliefern. Um genügend Stellfläche zu haben, sei die Aufbereitungsanlage weit genug in den Berg gebaut worden, erklärt Heiko Spaniol, Projektkoordinator von K+S. Noch liegt der Verdampfer allerdings in der Waagerechten. Um ihn aufzurichten, wird ein zweiter Kran benötigt. Langsam schwebt der Verdampfer in die Höhe. Zunächst ziehen die armdicken Stahlseile der Kräne gleichmäßig, dann lässt der rechte Kran nach, während der linke stärker anzieht. 

82 Tonnen schwerer Verdampfer für K+S wird montiert

„Ein heikler Moment“, erklärt Michael Adam von der Herstellerfirma Ebner – die Seile beider Kräne könnten sich verheddern. Wenige Minuten später hängt der Verdampfer senkrecht und schwebt seinem Bestimmungsort entgegen. 54 Meter über dem Werratal weht ein eisiger Wind. Die Kälte kriecht auch durch die dickste Arbeitsjacke. Bei einer Windgeschwindigkeit von mehr als neun Metern würde sich der Kran automatisch abschalten erklärt Projektkoordinator Heiko Spaniol. Der Kranfahrer unten am Boden hat die Last am Haken zwar über eine Kamera im Blick, dennoch ist er auf seine Kollegen angewiesen, die per Funk Anweisungen geben. Zwischen den mächtigen Stahlträgern übernehmen die Monteure der Firma Ebner den Koloss. 

Jetzt wird es nochmal knifflig: Mit Hilfe mehrerer Seile und Muskelkraft muss der Verdampfer um 90 Grad gedreht werden – um die Anschlüsse an das 35 Kilometer lange Rohrleitungsnetz in Position zu bringen. Auf mehr als einen halben Millimeter genau muss der Verdampfer in Position sitzen – nur so passen die Schrauben in die vorgesehenen Löcher. Nach rund drei Stunden ist es geschafft.

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