Kommentar zum Kita-Streik: Schluss mit Verständnis

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Hersfeld-Rotenburg. Der Kita-Streik zieht sich hin, auch im Landkreis müssen Eltern immer wieder improvisieren, um eine Lösung für die Unterbringung ihres Kindes zu finden. Ein Kommentar dazu von Marcus Janz.

"Wir wollen weder die Eltern ärgern, noch die Kinder auflaufen lassen", schreiben die Bad Hersfelder Erzieherinnen an die Eltern. Und der Bürgermeister beteuert, die Stadt bemühe sich sehr, die Folgen des Streiks abzumildern. Die Familien sollen also Verständnis haben.

Nur: Kleine Kinder müssen kein Verständnis dafür haben, dass sie ihre Freunde und Erzieherinnen nicht sehen dürfen und ihr Alltag auf den Kopf gestellt ist. Sie sind Kinder!

Ich selbst habe Glück: Meine zweijährige Tochter ist seit Himmelfahrt bei ihren Großeltern in Südhessen. Ihr Opa kümmert sich liebevoll um sie. Deshalb sehe ich sie nur am Wochenende. Sie schläft ungewohnt schlecht, und hat mich am Sonntag gefragt: "Wie heißt der Junge aus der Kita?" Sie leidet nicht, aber spurlos geht die Situation nicht an ihr vorüber.

Langsam ist mir egal, wer warum streikt und wer warum keinen höheren Lohn zahlen kann. Mein Verständnis ist am Ende. Ich will, dass meine Tochter wieder bei mir ist und in die Kita gehen kann. Dafür sollte mal jemand Verständnis haben.

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