Komödiantin Maria Vollmer versüßt das Jahresende in Bebra

Sie sorgten für ein lustiges Jahresende in Bebra: Maria Vollmer mit ihrem kongenialen Spielpartner aus dem Publikum, José Fernandez. Foto: Apel

Bebra. Mit einem furiosen Feuerwerk voller Gags versüßte die Kölner Kleinkunstkomödiantin Maria Vollmer den Bebranern den Abschied vom alten Jahr.

Wo? Natürlich auf der Kulturzug-Bühne im Alten Rathaus, auf der die gertenschlanke, gesangs- und tanzbegeisterte Ehefrau von „Rainer“ unter der Überschrift „Sex & Drugs im Reihenhaus“ zum Besten gab, was man in Köln-Nippes erlebt, wenn man sich auf ein Wohnabenteuer mit einer 548-köpfigen Familie einlässt.

Willkommenes „Opfer“ von „Marianne“ war dabei der in der ersten Reihe sitzende José Fernandez, der immer wieder herhalten musste für alle möglichen, unmöglichen „Anrempler“ der junggebliebenen Blondine. Sie verwandlet sich sich in ihrem eigenen Vorprogramm von „Frau Antje mit Käse aus Holland“ in die fürs „Kaasting“ zuständige Mitarbeiterin der Produktionsfirma „Du-kannst-mich-mol“: „Wir Holländer sind Top-Spezialisten für Fernsehunterhaltung. Mit Käse kennen wir uns aus!“

Verwandlung zur Hausfrau

Im Anschluss daran gibt sie zu, dass sie die Kanten ihres Reihenhausrasens mit dem Epiliergerät bearbeitet, und dass sie sich von einer hochgeistige Referate haltenden Intellektuellen in eine treusorgende Mutter, Ehe- und Hausfrau verwandelt hat, die Klamotten im Wert von 20 000 Euro anprobiert, sich dann aber doch darauf beschränkt, bei Tchibo für 9,90 Euro einen BH zu kaufen. A la Mike Krüger zieht sie über ihre sich beim Marathon verlaufende bessere Hälfte her: „Mein Gott, Rainer!“, und urkomisch erinnert sie daran, wie man bei Schlecker („Eine Oase der Besinnlichkeit“) hören konnte, wie sich die Kassiererin die Fingernägel feilte.

Es folgt der Rückblick auf die schreckliche Zeit des Reihenhauskaufs: „Im Supermarkt haben wir uns an Probierständen ernährt, und die Klobrille haben wir bei Fielmann gekauft, damit wir ja nichts dazubezahlen mussten!“ Wie herrlich kann sie da jetzt nach der Melodie des Abba-Welthits „Fernando“ singen: „Ich bin Kundin bei Zalando…, ich hab wieder mal die ganze Nacht mit Dir verbracht, Zalando…, und das Beste ist, die Bank bezahlt, per Master Card, Zalando…“.

Der Köln-Nippeser Fruchtbarkeitstanz, die unglaublichen Anekdoten der ihren ersten selbstgesäten Grashalm Fridolin liebenden Hobbygärtnerin, die grandios gesungene und getanzte Tina-Turner-Nutbush-City-Limits-Adaption „Ich brauch ein Blutdrucksenkungsmittel!“ setzen dem Ganzen weitere Kronen auf. Letztendlich werden es so viele, dass das aus vollem Herzen begeistert mitgehende Publikum eine Zugabe nach der anderen erklatscht.

Und José darf sich aussuchen, ob er eine Packung Männertreu-Samen oder Adonisröschen-Samen haben will. Er entscheidet sich für letzteren, der lächelnde Charmeur.

Von Wilfried Apel

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