AZV und MZV arbeiten enger zusammen

Vereinbarung unterzeichnet: Müllverbände wollen künftig keinen Streit mehr

Wollen künftig vertrauensvoller zusammenarbeiten: Die Müllverbände AZV und MZV haben am Montag eine öffentlich-rechtliche Vereinbarung unterzeichnet.
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Wollen künftig vertrauensvoller zusammenarbeiten: Die Müllverbände AZV und MZV haben am Montag eine öffentlich-rechtliche Vereinbarung unterzeichnet. Unser Foto zeigt von links Stefan Knoche, Sigmar Schäfer und Hartmut Grünewald vom MZV sowie Elke Künholz, Jürgen Schäfer und Jörg Goßmann vom AZV.

Eine Vereinbarung soll die jahrelangen Streitigkeiten zwischen den Müllverbänden im Kreis Hersfeld-Rotenburg unter anderem über berechnete Abfallmengen beenden.

Bad Hersfeld/Bebra – Der Abfallwirtschafts-Zweckverband Hersfeld-Rotenburg (AZV) und der Müllabhol-Zweckverband Rotenburg (MZV) haben am Montag eine öffentlich-rechtliche Vereinbarung (ÖRV) unterzeichnet. Nach jahrelangen Streitigkeiten über berechnete Abfallmengen und zugeordnete Kosten soll das 15-seitige Papier nun die Grundlage für eine engere und transparentere Zusammenarbeit sein.

Die AZV-Vorsitzende Elke Künholz sprach bei der Unterschrift im Bad Hersfelder Stadthotel von einer „sehr guten Einigung“. Beide Seiten seien Kompromisse eingegangen. „Wir sind guten Willens, die neue ÖRV vollumfänglich zu erfüllen“, so Künholz. Hartmut Grünewald, Vorsitzender des MZV, berichtete von harten Verhandlungen und zeigte sich optimistisch, „dass das jetzt unterzeichnete Papier zukünftigen Streit überflüssig macht“.

Annäherung lange Zeit undenkbar

Beide Vorsitzende bedankten sich ausdrücklich bei den Geschäftsführern Jörg Goßmann (AZV) und Sigmar Schäfer (MZV), die maßgeblich den Weg für die Annäherung geebnet hätten, die lange Zeit undenkbar schien.

Eingeleitet hatte den Paradigmenwechsel ein Erörterungstermin am Verwaltungsgerichtshof in Kassel Anfang Dezember. Hintergrund war ein Normenkontrollverfahren, dass der MZV, dem die Städte Bebra, Rotenburg und die Gemeinde Ronshausen angehören, gegen die Gebührensatzung des AZV angestrengt hatte, der für die gesamte Abfallentsorgung in den anderen 17 Kreiskommunen zuständig ist. Die Richterin legte den Verbänden nahe, sich außergerichtlich zu einigen.

Nach monatelangen Gesprächen folgten beide Parteien diesem Ratschlag. Sie beendeten damit allerdings nicht nur diesen Streit, sondern wollen – das wurde am Montag deutlich – mit der neuen ÖRV nun auch einen Schlussstrich unter die von Misstrauen geprägte Vergangenheit ziehen. Immerhin: Die Kosten für das kalte Büfett, das für die feierliche ÖRV-Unterzeichnung im Stadthotel gereicht wurde, teilen sich beide Verbände.

Auch Sperrmüll auf Betriebsgelände umschlagen

Die Vereinbarung sieht unter anderem vor, dass der MZV neben Bioabfall und Papiermüll ab 2021 auch Rest- und Sperrmüll auf seinem Betriebsgelände in Bebra umschlagen darf. Bislang hatte der AZV das nicht gestattet. Das führte etwa dazu, dass der MZV eingesammelten Müll zur Deponie nach Ludwigsau transportierte, der dann wiederum von einer Entsorgungsfirma quer durch das MZV-Gebiet bis zur Deponie bei Eschwege verfrachtet wurde. „Diese Praxis hat uns 35 000 Euro an Fahrtkosten und Personal pro Jahr gekostet“, so Grünewald. (ses)

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