Auch junge Menschen profitieren

Arbeitslosenquote der Frauen im Kreis Hersfeld-Rotenburg sinkt stark

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Gute Entwicklung bei Arbeitslosenquote der Frauen. 

Die Arbeitslosenquote im Landkreis Hersfeld-Rotenburg geht zurück – davon profitieren laut der Agentur für Arbeit vor allem Frauen und Menschen unter 25 Jahren.

Das teilt Waldemar Dombrowski, Vorsitzender der Geschäftsführung für Bad Hersfeld-Fulda, mit. Derzeit liegt die Quote bei 3,5 Prozent, bei den Frauen ebenso wie bei den Männern. Vor einem Monat waren es insgesamt 3,7 und vor einem Jahr 3,8 Prozent. 

Erstmals seit Langem ist die Arbeitslosenquote von Frauen nicht mehr höher als die der Männer. In absoluten Zahlen: 1037 Frauen im Landkreis sind arbeitslos – 105 weniger als vor einem Monat und 149 weniger als vor einem Jahr. Der Rückgang ist damit doppelt beziehungsweise dreimal so hoch wie bei den Männern. 

Das erklärt Dombrowski unter anderem damit, dass insbesondere Unternehmen im Dienstleistungsbereich mittlerweile bei der Arbeitszeit flexibler geworden sind und auch mehr Menschen in Teilzeit einstellen. Außerdem seien Fachkräftemangel und Auftragslage in den klassischen Männerdomänen im Bauhandwerk und in Fertigungsberufen schon seit Längerem hoch. „Die Männer konnten also gar nicht mehr so viel aufholen. Für Frauen, die tendenziell häufiger in der Verwaltung, dem Einzelhandel oder in der Dienstleistung tätig sind, haben sich die Perspektiven hingegen stark verbessert“, sagt der Agentur-Chef. Außerdem würden im Versandhandel derzeit viele Menschen eingestellt – und zwar im Verhältnis mehr Frauen als früher. 

Besonders groß ist der Rückgang der Arbeitslosenquote auch bei Menschen unter 25 Jahren. Sie liegt bei 3,9 Prozent. Vor einem Monat waren es 4,6 Prozent. Es sei gelungen, einen Großteil derer, die nach abgeschlossener Ausbildung zunächst arbeitslos geworden waren, „zügig wieder beruflich zu integrieren“, so Agentur-Chef Dombrowski. 

Konjunkturabschwung trifft Hersfeld-Rotenburg nicht

Die Entwicklung im Kreis Hersfeld-Rotenburg ist besser als die des Landes Hessen. Der Konjunkturabschwung in Teilen der Wirtschaft hat auf den Landkreis bislang keine negativen Auswirkungen, anders als etwa in Fulda, wo Goodyear 450 Stellen gestrichen hat. Probleme gibt es laut Dombrowski insbesondere im Automobilbereich. Von den Stellenkürzungen bei Continental ist der Standort Bebra aber bislang nicht betroffen. "Der Arbeitsmarkt im Landkreis Hersfeld-Rotenburg ist geprägt durch Fertigungs- und Bauberufe. In der Branche ist die Auftragslage bekanntlich sehr gut." Auch im Gesundheitsbereich und im Versandhandel gebe es viele Arbeitsplätze im Landkreis. Auch dort sei die Arbeitsmarktlage stabil. 

Auch Ausländer und Langzeitarbeitslose profitieren

Ebenfalls eine deutliche Verbesserung gibt es bei den Langzeitarbeitslosen. Darunter fallen 794 der insgesamt 2262 als arbeitslos gemeldeten Menschen im Kreis. Vor einem Monat gab es 62 Langzeitarbeitslose mehr und vor einem Jahr 212 Langzeitarbeitslose mehr als jetzt. Auch die Zahl der arbeitslosen Ausländer sank überproportional: Derzeit sind 588 Ausländer arbeitslos gemeldet – ein Rückgang um 57 im Vergleich zum Vormonat und 83 im Vergleich zum Vorjahr.

"Unterbeschäftigungsquote" sinkt ebenfalls

Die Unterbeschäftigungsquote, die auch Menschen erfasst, die in einer „arbeitsmarktpolitischen Maßnahme“, vorübergehend krank oder älter als 58 Jahre sind und Hartz IV beziehen, liegt bei 4,7 Prozent (Vormonat: 4,8; Vorjahr: 5,0).

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