Betriebe finden nur schwer Fachkräfte

Ausbildung: Auf 100 Bewerber kommen im Kreis Hersfeld-Rotenburg 125 Stellen

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Stellten die jüngsten Entwicklungen auf dem Ausbildungsmarkt im Kreis Hersfeld-Rotenburg vor: Vertreter der Agentur für Arbeit, der IHK, der Wirtschaftsförderung, des Schulamts und der Handwerkerschaft. Vierter von links: Waldemar Dombrowski.

Hersfeld-Rotenburg. 1039 gemeldete Stellen und 831 Bewerber: Die Verhältnisse auf dem Ausbildungsmarkt im Landkreis Hersfeld-Rotenburg haben sich komplett gedreht.

Dieses Fazit zieht Waldemar Dombrowski, Vorsitzender der Geschäftsführung der Arbeitsagentur Bad Hersfeld-Fulda, mit Blick auf die Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr. „Die Schere wird größer.“

Rein rechnerisch kommen auf 100 Bewerber 125 Stellen. Dombrowski bescheinigt dem Kreis in dieser Hinsicht eine „Sonderstellung“. Nur im Landkreis Fulda ist das Missverhältnis noch höher: Dort kommen 158 Stellen auf 100 Bewerber. Zum Vergleich: Im Agenturbezirk Hanau sind es 61, in Offenbach 77.

Der sich bereits in den Vorjahren abzeichnende Trend, wonach die Zahl der Bewerber für einen Ausbildungsplatz immer weiter zurückgeht, während gleichzeitig die Zahl der Stellen steigt, hat sich somit weiter fortgesetzt.

2015/2015 standen 831 Bewerber 1039 Stellen gegenüber.

Immerhin 18,5 Prozent beträgt die Steigerung bei den der Agentur gemeldeten Ausbildungsplätzen im Landkreis gegenüber 2013/2014. Im Geschäftsjahr zuvor war bereits ein Anstieg um 13,8 Prozent verzeichnet worden.

„Die Ausbilungsbereitschaft der Wirtschaft ist dank der guten Konjuktur hoch. Man muss den Personalbedarf decken und konkurrenzfähig bleiben“, so Dombrowski. Schulabgängern beschert diese Entwicklung mehr Wahlmöglichkeiten. Für die Betriebe hingegen wird es immer schwieriger, Fachkräfte zu finden.

Besonders betroffen ist die Ernährungsbranche, wo zuletzt nur sechs Bewerber auf 53 Stellen kamen. Auch im Bereich Verkehr, Logistik, Schutz und Sicherheit blieben viele Plätze leer. Insgesamt sind laut der jüngsten Statistik 51 Ausbildungsplätze unbesetzt geblieben. Tatsächlich seien es aber sogar wohl doppelt so viele, wie Dombrowski erläuterte.

Mit einer gemeinsamen Initiative soll Hersfeld-Rotenburg 2017 aktiv als attraktive Ausbildungsregion beworben werden. 

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