Kreis Hersfeld-Rotenburg

Blitzermarathon: Fahrer mit Bleifuß und Joint unterwegs

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„Führerschein und Fahrzeugpapiere, bitte!“: Die Beamten der Polizeidienststelle Bad Hersfeld halten Temposünder in Obergeis an. 

Auch im Kreis Hersfeld-Rotenburg war die Polizei am Mittwoch beim Blitzermarathon Verkehrssündern auf der Spur - mit Erfolg. 

Wer am Mittwoch auf den Straßen des Landkreises unterwegs war, dem wird aufgefallen sein, dass die Verkehrsteilnehmer sich erstaunlich genau an die Geschwindigkeitsbegrenzungen gehalten haben. Grund dafür war der hessenweite Blitzermarathon.

An insgesamt 18 Stellen in Osthessen, davon zwei im Landkreis Hersfeld-Rotenburg, kontrollierten Polizisten mithilfe von Lasermessgeräten die Einhaltung des Tempolimits und hielten die Verkehrssünder an Ort und Stelle an.

Als Kontrollstellen wählten die Beamten dabei gezielt Unfallschwerpunkte in der Region aus, an denen auch im Rahmen allgemeiner Verkehrskontrollen oft Blitzer platziert werden.

Ein aus sieben Beamten bestehendes Team postierte sich an der Bundesstraße 324 in Obergeis. Kurz vor dem Ortsausgang in Richtung Aua installierten die Beamten eine Laserpistole, mit der sich die Geschwindigkeit der vorbeifahrenden Fahrzeuge genau ermitteln lässt. Oberkommissar Udo Baum erklärte, dass zur ordnungsgemäßen Bedienung des sensiblen Gerätes sogar eine gesonderte Ausbildung absolviert werden muss. Unter Einsatz modernster Messtechniken leiteten Baum und seine Kollegen so alle Fahrer, die die Höchstgeschwindigkeit von 50 Kilometer pro Stunde überschritten, aus dem Verkehr und kassierten das Bußgeld. In einigen Fällen wurden zusätzlich die Ausstattung des Autos und die Fahrzeugpapiere kontrolliert. So geriet den Beamten am frühen Vormittag sogar ein Fahrer mit Bleifuß ins Visier, der während der Fahrt einen Joint geraucht hatte.

Abgesehen von diesem besonderem Zwischenfall blieb die Lage in Obergeis jedoch entspannt. Der Umgang mit allen Verkehrssündern sei problemlos gewesen, erklärte Udo Baum: „Dadurch, dass die Aktion über die Medien so weit verbreitet wurde, sind die straffälligen Fahrer vorbereitet und fangen keine unnötigen Diskussionen mit uns an.“

Die Ankündigung der Aktion in Zeitung, Radio und Fernsehen half jedoch nicht nur den Verkehrsteilnehmern, sondern auch dem Polizeipräsidium. Ziel des Blitzermarathons sei es nämlich nicht, möglichst vielen Fahrern ein Bußgeld abzuverlangen, sagte Udo Baum. Der Oberkommissar wehrt sich gegen das Vorurteil: „Wir möchten die Fahrer sensibilisieren und ihr Bewusstsein für Geschwindigkeiten und damit einhergehende Gefahren stärken.“

Bianca Dürr von der Wachtpolizei Bad Hersfeld ist skeptisch, ob die Aktion das Fahrverhalten tatsächlich nachhaltig beeinflusst: „Bezüglich der Anzahl an Delikten macht es keinen großen Unterschied, ob wir einen Blitzermarathon veranstalten, oder nicht.“

Dass die Aktion, die bis 22 Uhr dauerte, dennoch nicht folgenlos bleibt, wird die Bilanz des Tages zeigen. Eine Zwischenbilanz wollte die Polizei am Mittwochabend noch nicht ziehen. Am Donnerstagmittag wollen die Beamten die Bilanz vorstellen. Bei der Aktion im vergangenen Jahr waren 18 Verkehrssünder bestraft worden.

Der Blitzermarathon wird auch im nächsten Jahr wieder europaweit stattfinden. mmx/lfx

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