15 von 150 Mitarbeitern streikten 

Cantus-Streik in Hersfeld-Rotenburg: Keine Verspätungen oder Zugausfälle 

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Fuhr trotz Streik der EVG am Dienstag planmäßig und ohne Ausfälle: Die Cantus-Bahnen im Landkreis Hersfeld-Rotenburg. Unser Foto zeigt einen Cantus-Zug im Haunetal. 

Hersfeld-Rotenburg. Der Streik der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) bei der Cantus-Verkehrsgesellschaft fiel für die Fahrgäste im Landkreis Hersfeld-Rotenburg am Dienstag überraschend glimpflich aus. 

„Es gab keine Verspätungen und keine Zugausfälle“, sagte Cantus-Sprecher Ralf Winkler auf Anfrage unserer Zeitung.

Von 5.30 bis 9 Uhr hatten Lokführer und Schaffner der Gewerkschaft in den frühen Morgenstundenihre Arbeit niedergelegt. Von Zugausfällen und Einschränkungen, die Cantus in einer Mitteilung am Montagabend angekündigt hatte, blieben die Passagiere an den Bahnhöfen in Bad Hersfeld, Bebra, Bosserode, Friedlos, Heinbach, Hönebach, Lispenhausen, Obersuhl, Neukirchen, Ronshausen und Rotenburg verschont.

15 Mitarbeiter machten mit

Lediglich 15 Mitarbeiter der Verkehrsgesellschaft meldeten sich für ihren Schichtdienst ab und beteiligten sich laut Winkler an dem Streik der EVG. „Insgesamt war es überschaubar“, stellte er fest. Cantus beschäftigt insgesamt 150 Mitarbeiter im laufenden Betrieb.

Anders fiel das Fazit seitens der EVG aus: „Die Beteiligung war gut“, sagte Streikleiter Andreas Güth von der EVG in Kassel. Aus Bebra beteiligten sich sechs Cantus-Mitarbeiter an dem Streik. „Man muss berücksichtigen, dass die Frühschicht streikte“, ergänzte er. In dieser arbeiteten weniger im Betrieb als im späteren Tagesverlauf.

Die EVGler sind nach eigenen Angaben unzufrieden mit den Arbeitsbedingungen bei Cantus: Verhandlungsführer Sven Langensiepen äußerte sich in einer Mitteilung im Vorfeld über die Gründe des Warnstreiks: „Die EVG fordert für ihre Mitglieder die Rückkehr zu familienfreundlichen Arbeitszeitmodellen“, heißt es dort.Außerdem forderte die Gewerkschaft für Angestellte bei Cantus eine bessere soziale Sicherung und mehr Weiterbildungsmöglichkeiten.

Auch das sogenannte EVG-Wahlmodell sei ein Thema: Mitglieder sollen selbst entscheiden können, ob sie bei Überstunden mehr Geld, mehr Urlaub oder eine Arbeitsverkürzung haben möchten.

EVG wartet Reaktion ab

Die Gewerkschaft möchte nun die Reaktion von Cantus abwarten, teilte Andreas Güth mit. Man sei bereit, sich mit Vertretern der Verkehrsgesellschaft wieder an den Verhandlungstisch zu setzen. „Sollte aber nichts kommen, läuten wir die nächste Streikrunde ein“, sagte der Streikleiter.

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